Eine Ministeriumssprecherin sagte, die Bundesregierung werde den Satz zum 1. November auf Grundlage der Ausgaben der Kassen festlegen. „Die Krankenkassen bekommen genau das, was sie benötigen.“ In die Entscheidung werde das Ergebnis des neu zu gründenden Schätzerkreises beim Bundesversicherungsamt einfließen. Positiv wertete sie den voranschreitenden Schuldenabbau und den Beschäftigungszuwachs.
Lauterbach zweifelte das Ergebnis der Erhebung an. Auch sein Institut sei noch vor einiger Zeit von einem Beitragssatz des Fonds in Höhe von 15,6 Prozent ausgegangen. Durch die gute Konjunktur und die höhere Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung sei der Wert aber korrigiert worden. „Der Beitragssatz aufgrund unserer Prognosen wird irgendwo zwischen 15,0 und 15,4 Prozent liegen“, sagte er Reuters. Berücksichtige man, dass auch ohne Fonds der durchschnittliche Satz um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte steigen müsse, werde der Fonds die Beitragssätze unter dem Strich nicht erhöhen, aber auch nicht senken. Allerdings müssten Mitglieder von Betriebskrankenkassen mit höheren Kosten rechnen, während sie für AOK-Mitglieder geringer würden. Für letztere bestehe mittelfristig aber die Gefahr zusätzlicher Prämien, die die Kassen erheben dürfen.
Laut einer „Focus“-Umfrage haben bereits zum Jahreswechsel 61 Krankenkassen ihre Beiträge erhöht.

