Der BDI teilt die Kritik. „Viel zu hohe Kosten für Energie verdrängen zuerst die energieintensiven Unternehmen und dann weitere Teile der Industrie. Das betrifft Millionen von Arbeitsplätze“, warnte BDI-Präsident Jürgen Thumann.
Die Energiebranche verdammt die Pläne der EU-Kommission zwar nicht in Bausch und Bogen, sieht aber deutliche Schwächen, vor allem den Einstieg in die hundertprozentige Versteigerung der Emissionsrechte ab 2013. Denn bisher bekommen die Kraftwerksbetreiber die Zertifikate noch ganz überwiegend kostenlos zugeteilt. Durch den abrupten Wechsel entstünden unkalkulierbare Preisrisiken, warnt der Branchenverband BDEW. Der RWE-Konzern, besonders stark bei der Kohleverstromung, kritisiert, Brüssel stelle die Rentabilität neuer, effizienter Kohlekraftwerke infrage. „Wir brauchen kostenfreie Emissionsrechte für Neuanlagen, damit die – auch aus Klimaschutzgründen – nötige Erneuerung des Kraftwerksparks beschleunigt wird“, sagte RWE-Power-Chef Ulrich Jobs.
Barroso freilich ist der Ansicht, dass die Kosten des Klimaschutzes für Wirtschaft und Verbraucher beherrschbar sind. Drei Euro pro Woche für jeden EU-Bürger, dass sei doch „kein schlechter Deal“, ließ er die Abgeordneten wissen. Und entschwand, wie er gekommen war – im Auto.

