Zwei Faktoren könnten doch noch zu einem höheren Rentenanstieg führen, hieß es gestern bei der Rentenversicherung. Sollte die Zahl der Aktiven im vergangenen Jahr dank der positiven Beschäftigungsentwicklung stärker als die Zahl der Rentner gestiegen sein, würde dies über den sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor zu einer höheren Anpassung führen.
Zudem könnten die für die Rentenerhöhung in Ost- und Westdeutschland maßgeblichen beitragspflichtigen West-Löhne stärker gestiegen sein als der Durchschnitt. Auch dies würde den Anpassungssatz erhöhen.
Allerdings würde auch ein Rentenplus von einem Prozent nichts daran ändern, dass die Realeinkommen der Rentner angesichts einer Inflationsrate von mehr als zwei Prozent und der geplanten Erhöhung des Pflegebeitrags um 0,25 Prozentpunkte weiterhin sinken.
Politiker von SPD und Linken forderten deshalb gestern, über eine Änderung der Rentenformel nachzudenken. Noch im August hatte sich das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) weit vorgewagt und für 2008 eine Rentenerhöhung von 1,5 Prozent prognostiziert. SPD-Chef Kurt Beck hängte sich an diese - gewagte - Prognose und stellte eine "spürbare Rentenerhöhung" in Aussicht. Die wird aber wohl ausbleiben.

