Bei der Staatsanwaltschaft Bochum, die federführend ist in diesen Verfahren, wollte man zu weiteren Fahndungsaktionen keine Stellung nehmen. Oberstaatsanwalt Eudard Güroff gibt die Zahl der bisherigen Durchsuchungen mit 180 an, die Zahl der Steuersünder, die eine Selbstanzeige abgegeben haben, mit 200 und die Summe der nachgezahlten Steuern mit 40 bis 50 Millionen Euro.
Im dem Rostocker-Verfahren um weitere umfassende Bankunterlagen aus Liechtenstein herrscht derweil noch gespannte Ruhe. Die Staatsanwaltschaft hat bislang keine Daten über deutsche Kunden der Liechtensteinner Landesbank LLB von dem angeklagten Michael F. erhalten. „Wir warten ab, was von der Verteidigerseite kommt“, sagte Obersstatsanwalt Peter Lückemann dem Handelsblatt.
Dem Schwerverbrecher Michael F., der unter anderem schon wegen Entführung im Gefängnis saß, wird in Rostock der Prozess gemacht, weil er die LLB mit gestohlenen Daten um neun Mill. Euro erpresst haben soll. Seine Anwältin hatte bisher erfolglos versucht, für die Herausgabe der Daten an die Staatsanwaltschaft eine mildere Strafe zu erwirken. Angeblich sollen Informationen über 725 Kunden auf Datenträgern gespeichert sein. Der Prozess gegen F. wird am 6. Mai starten.

