Von Beust räumte ein, dass einem „in der Tat das Wort Schwarz-Grün noch gar nicht so leicht über die Lippen“ komme. Aber die gesellschaftliche Änderung der vergangenen Jahrzehnte brauche neue gesellschaftliche Antworten. Und dafür wolle diese Regierung stehen: „Auf den ausgetretenen Pfaden kommen wir nicht weiter. Weder in Hamburg noch in Deutschland“, sagte von Beust. Er glaube, Politik sei gut beraten, die argumentativen Schützengräben zu verlassen und für neue Argumente bereit zu sein.
Zuvor hatten Bundespolitiker von CDU und Grünen die schwarz-grüne Koalition in Hamburg begrüßt. Der Vorsitzende der grünen Bundestagsfraktion, Fritz Kuhn, sagte im SWR: „Ich habe ein sehr gutes Gefühl, und ich halte es auch nicht für ein Abenteuer.“ In Hamburg gebe es bei beiden Koalitionspartnern die Überzeugung, dass ein Aufbruch in Richtung sozialökologische Moderne nötig sei.
Der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler betrachtet das Bündnis sogar als Option für den Bund. Im Bayerischen Rundfunk sagte er, es gebe keinen vernünftigen Grund, „warum die CDU leichter mit den Sozialdemokraten eine Koalition eingehen könnte als mit den Grünen“. Bei einer Koalition komme es immer auf die Inhalte an, diese seien in Hamburg kompatibel und deckten sich. Das werde sicher auch auf Bundesebene so kommen, zeigte sich Geißler überzeugt.
Am 7. Mai soll nun von Beust mit den Stimmen von CDU und GAL in der Hamburger Bürgerschaft erneut zum Bürgermeister gewählt und der neue Senat vereidigt werden. In diesem Senat bekommt die CDU sechs und die GAL drei Posten.

