Doch selbst die wenigen Eckpunkte des CDU-Beschlusses werfen weitere Fragen auf. Es sei schlicht „unpraktikabel“, die höhere Mini-Rente an eine Vollzeitbeschäftigung zu binden, wandte BDA-Geschäftsführer Gunkel ein: Die Rentenkassen wüssten nicht, ob jemand Voll- oder Teilzeit gearbeitet habe: „Das wird nicht erfasst.“ Gunkel ist der Meinung, die CDU hätte sich ihre mehrwöchige Rüttgers-Diskussion besser ganz erspart.
Hingegen nimmt der Wirtschaftsweise Rürup eine differenzierte Position ein: „Rüttgers hat ein richtiges Thema zu einem falschen Zeitpunkt instrumentalisiert“, sagte er. Die derzeitige finanzielle Lage der Rentner sei „insgesamt nicht schlecht“. Deswegen bestehe kein akuter Handlungsbedarf. Allerdings könne Altersarmut „in der Zukunft ein Problem werden“.
Rürup plädiert daher für eine „Auszeit in der aufgeregten Debatte“. In Vorwahlzeiten ließen sich derart grundsätzliche Probleme kaum lösen. Doch sollte das Thema „zu Beginn der nächsten Legislaturperiode wieder auf die Agenda“, mahnt der Professor. Solange will Rüttgers jedoch keine Ruhe geben. „Das Problem müssen wir bald in Angriff nehmen“, gab er sich in der „Süddeutschen Zeitung“ kämpferisch: „Und ich werde darauf achten, dass das auch passiert.“

