Die Ärzte freuen sich folglich über fest kalkulierbare und höhere Honorare, wie Medi-Chef Werner Baumgärtner sagte. Außerdem sollen alle eingeschriebenen Ärzte auf eine einheitliche Software und Computerabrechnungen verpflichtet werden, die Bürokratie vermeiden und Zeit sparen sollen.
Zufriedene, besser bezahlte Ärzte - das soll auch den Patienten zugute kommen, wie Hausärztechef Ulrich Weigeldt sagte. „Es wird die tägliche Arbeit verändern.“
Die Anreize seien so gesetzt, dass es interessanter werde, sich um chronisch Kranke zu kümmern. Gesündere Patienten sollten hingegen eher Hilfe zur Selbsthilfe bekommen. Grundsätzlich aber soll mehr Zeit für Gespräche beim Arzt bleiben.
Die AOK erwartet, dass sich bis Ende 2009 mindestens 5 000 von 7 000 Hausärzten und eine Million Patienten einschreiben. Das bedeutet, dass sie sich für zwölf Monate auf einen Hausarzt festlegen, immer zuerst zu ihm gehen und sich nötigenfalls an Fachärzte überweisen lassen.
Den bei anderen Kassen üblichen Wegfall der Praxisgebühr soll es nicht geben. Es gehe nicht um „Give-aways“ wie bei den „Billigheimern“, sagte AOK-Vize Hermann.
Doch verspricht die Kasse andere Vorteile: Die Hausärzte im Programm müssen sich besonders qualifizieren, sie müssen unter anderem tägliche Akutsprechstunden und mindestens eine Abendsprechstunde pro Woche bieten.
Die AOK will mit dem Vertrag Geld sparen. Er werde die „Wirtschaftlichkeit verbessern“, sagte Vorstandschef Rolf Hoberg.
Kritiker wenden ein, solche Verträge gäben den Krankenkassen gegenüber Ärzten große Macht. Zudem stifteten sie noch mehr Verwirrung für Patienten, die sich bereits mit der Vielfalt von Rabattverträgen abmühen müssen.

