0 Bewertungen
08.05.2008 

Die Ärzte freuen sich folglich über fest kalkulierbare und höhere Honorare, wie Medi-Chef Werner Baumgärtner sagte. Außerdem sollen alle eingeschriebenen Ärzte auf eine einheitliche Software und Computerabrechnungen verpflichtet werden, die Bürokratie vermeiden und Zeit sparen sollen.

Zufriedene, besser bezahlte Ärzte - das soll auch den Patienten zugute kommen, wie Hausärztechef Ulrich Weigeldt sagte. „Es wird die tägliche Arbeit verändern.“

Die Anreize seien so gesetzt, dass es interessanter werde, sich um chronisch Kranke zu kümmern. Gesündere Patienten sollten hingegen eher Hilfe zur Selbsthilfe bekommen. Grundsätzlich aber soll mehr Zeit für Gespräche beim Arzt bleiben.

Die AOK erwartet, dass sich bis Ende 2009 mindestens 5 000 von 7 000 Hausärzten und eine Million Patienten einschreiben. Das bedeutet, dass sie sich für zwölf Monate auf einen Hausarzt festlegen, immer zuerst zu ihm gehen und sich nötigenfalls an Fachärzte überweisen lassen.

Den bei anderen Kassen üblichen Wegfall der Praxisgebühr soll es nicht geben. Es gehe nicht um „Give-aways“ wie bei den „Billigheimern“, sagte AOK-Vize Hermann.

Doch verspricht die Kasse andere Vorteile: Die Hausärzte im Programm müssen sich besonders qualifizieren, sie müssen unter anderem tägliche Akutsprechstunden und mindestens eine Abendsprechstunde pro Woche bieten.

Die AOK will mit dem Vertrag Geld sparen. Er werde die „Wirtschaftlichkeit verbessern“, sagte Vorstandschef Rolf Hoberg.

Kritiker wenden ein, solche Verträge gäben den Krankenkassen gegenüber Ärzten große Macht. Zudem stifteten sie noch mehr Verwirrung für Patienten, die sich bereits mit der Vielfalt von Rabattverträgen abmühen müssen.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück  vor
  • Alte Hasen und ehrgeizige...

    Alte Hasen und ehrgeizige Neulinge

    Für Kanzlerin Merkel ist es die Nahrungsmittelkrise, dem britischen Premier Brown liegt Simbabwe am Herzen, Japans Ministerpräsident Fukuda zeigt auf den Klimawandel und US-Präsident Bush will vor allem einen guten Abgang hinlegen. Neben der offiziellen Agenda verfolge...Bildergalerie 

  • Das Drama um Ingrid Betan...

    Das Drama um Ingrid Betancourt

    „Gott, was für ein Wunder!“ Ingrid Betancourt kann es kaum glauben. Nach sechs Jahren wird sie aus der Farc-Geiselhaft im Dschungel von Kolumbien befereit. Die Nachricht stößt weltweit auf Freude und Erleichterung. Betancourts erster Auftritt in Freiheit und ihre Leide...Bildergalerie 

  • Steinbrück drückt Etatplä...

    Steinbrück drückt Etatpläne durch

    Sechs Flaschen Rotwein setzt Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) darauf, dass der Bundeshaushalt im Jahr 2011 erstmals seit gut vier Jahrzehnten wieder ohne neue Schulden auskommen wird. Wie der heute vom Kabinett verabschiedete Entwurf für den Haushalt 2009 und...Bildergalerie 

  • Was sich zum 1. Juli ände...

    Was sich zum 1. Juli ändert

    Am 1. Juli treten zahlreiche Änderungen in Kraft, die zum Teil in den letzten Monaten heftig umstritten waren: Rentner können sich über etwas mehr Geld im Portemonnaie freuen. Die Pflegereform bringt Verbesserungen für Pflegebedürftige und die Krankenversicherung steh...Bildergalerie 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Ein kleiner Fortschritt  Artikel in Merkliste

08.07.2008 von von Klaus Stratmann

Ja, die G8-Staaten haben es getan. Sie haben sich beim Klimaschutz bewegt. Zwar nur einige Millimeter weit, aber immerhin: Es gibt einen Fortschritt. Kommentar