0 Bewertungen
25.09.2006 

Derweil haben Experten nach dem Transrapid-Unglück in Lathen am Montag mit der Auswertung der sichergestellten Unterlagen und des aufgezeichneten Funkverkehrs begonnen. Nach den bisherigen Erkenntnissen hat wahrscheinlich menschliches Versagen in der Leitstelle den Unfall mit 23 Toten und zehn Verletzten ausgelöst. Es gibt nach Angaben der Staatsanwaltschaft Osnabrück keine Hinweise auf einen technischen Defekt. Alles deute darauf hin, dass die Mitarbeiter der Leitstelle dem Transrapid am Freitagmorgen freie Fahrt gaben, obwohl ein Werkstattwagen auf der Strecke stand.

Die Magnetschwebebahn war mit 170 Stundenkilometern in den Werkstattwagen gerast und erst nach knapp 400 Metern zum Stillstand gekommen. Weitere Gutachter sollen an der Unfallstelle Untersuchungen vornehmen, teilte die Polizei am Sonntagabend mit. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Tötung in 23 Fällen. Die beiden unter Schock stehenden Fahrdienstleiter konnte die Staatsanwaltschaft noch nicht befragen.

Bei dem Unglück kamen nach Angaben der Polizei 21 Männer und zwei Frauen ums Leben. Die Todesopfer waren zwischen 40 und 66 Jahren alt. Unter ihnen waren zehn Mitarbeiter des RWE-Regionalcenters Nordhorn sowie zwei US-Bürger. Die Amerikaner hatten als Gäste eines Judoclubs aus Lathen an der Fahrt teilgenommen. Sechs Männer und vier Frauen hatten das Unglück verletzt überlebt.

Ob und wann der Betrieb auf der Teststrecke im Emsland wieder aufgenommen wird, ist offen. Die Staatsanwaltschaft hat die komplette Unfallstelle abgesperrt und beschlagnahmt. Der zertrümmerte Transrapid steht noch immer auf den Stelzen hoch oben über dem Boden.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück  vor
  • Das Drama um Ingrid Betan...

    Das Drama um Ingrid Betancourt

    „Gott, was für ein Wunder!“ Ingrid Betancourt kann es kaum glauben. Nach sechs Jahren wird sie aus der Farc-Geiselhaft im Dschungel von Kolumbien befereit. Die Nachricht stößt weltweit auf Freude und Erleichterung. Betancourts erster Auftritt in Freiheit und ihre Leide...Bildergalerie 

  • Steinbrück drückt Etatplä...

    Steinbrück drückt Etatpläne durch

    Sechs Flaschen Rotwein setzt Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) darauf, dass der Bundeshaushalt im Jahr 2011 erstmals seit gut vier Jahrzehnten wieder ohne neue Schulden auskommen wird. Wie der heute vom Kabinett verabschiedete Entwurf für den Haushalt 2009 und...Bildergalerie 

  • Was sich zum 1. Juli ände...

    Was sich zum 1. Juli ändert

    Am 1. Juli treten zahlreiche Änderungen in Kraft, die zum Teil in den letzten Monaten heftig umstritten waren: Rentner können sich über etwas mehr Geld im Portemonnaie freuen. Die Pflegereform bringt Verbesserungen für Pflegebedürftige und die Krankenversicherung steh...Bildergalerie 

  • Wahlfarce in Simbabwe

    Wahlfarce in Simbabwe

    Jagd auf Oppositionelle, Gewalt gegen Nichtwähler: Die umstrittene Wahl in Simbabwe löst weltweit Empörung aus. Doch Präsident Robert Mugabe lässt sich davon nicht beeindrucken. Im Gegenteil. Die Wahlfarce in Bildern. Bildergalerie 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Die EZB darf nicht leichtsinnig werden  Artikel in Merkliste

03.07.2008 von Marietta Kurm-Engels

Die Falken im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) haben sich durchgesetzt, der Leitzinse wird um 25 Basispunkte angehoben. Die spannende Frage ist jetzt, ob das alles von der Zinsfront war. Kommentar