PolitikDeutschland
WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
HANDELSBLATT, Sonntag, 11. November 2007, 17:52 Uhr
Vor Koalitionsausschuss

Althaus skizziert Kompromiss für ALG-I

Im Streit um die längere Zahlung von Arbeitslosengeld I für Ältere zeichnet sich eine Einigung in der Koalitionsrunde am Montag ab. Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) hat eine Möglichkeit skizziert, wie Union und SPD zu einer Lösung kommen könnten. Auf der Stelle tritt die Koalition indes bei einem anderen Thema.


 Mehr zum Thema: Debatte über die Agenda 2010
Artikel

Forscher beklagen „Gerechtigkeitslüge“ (14.03. 11:03)

Artikel

Die Reform frisst ihre Kinder (14.03. 10:46)

Artikel

Steinmeier: „Vollbeschäftigung ist möglich“  (13.03. 15:53)

Zum Special ...



Antrag auf Arbeitslosengeld I. Am Montag will sich die Koalition auf Korrekuren einigen. Foto: dpa
Bild vergrößernAntrag auf Arbeitslosengeld I. Am Montag will sich die Koalition auf Korrekuren einigen. Foto: dpa

HB BERLIN. "Es wird sicherlich zu einer Absenkung der Arbeitslosenbeiträge kommen, wenn möglich sogar unter 3,5 Prozent", sagte Althaus dem Handelsblatt. "Das würde uns erleichtern, der SPD-Forderung nachzugeben, das Arbeitslosengeld I zu verlängern. Dann könnte man den zusätzlichen Finanzbedarf auch in begrenztem Umfang aus Beitragsmitteln finanzieren."

Bislang hatte die Union strikt daran festgehalten, dass die ALG-I-Verlängerung keinerlei Beitragsmittel kosten dürfe. Die Verlängerung dadurch zu finanzieren, dass die 12-monatige Bezugsdauer beim ALG I künftig erst nach 30 Monaten statt wie bisher nach 24 Monaten erreicht wird, lehnte Althaus ab: "Man sollte nicht Jung und Alt gegeneinander ausspielen. Die Wartezeiten zu verlängern, kann kein Finanzierungsbeitrag sein."

Beim Thema Post-Mindestlohn sprach sich Althaus dafür aus, Subunternehmer vom Mindestlohn auszunehmen: "Die Lösung könnte darin bestehen, dass man nur lizenzierte Postunternehmen in den Blick nimmt und darüber hinaus keine Bindewirkung entsteht", sagte Althaus. "Auf der Basis könnte man sich einigen." Den Einwand, dass damit der Mindestlohn leicht umgangen werden könnte, läßt Althaus nicht gelten: "Wenn die SPD an dieser Stelle unbedingt eine Lösung will, muss sie eben dafür sorgen, dass die Bedingungen des Entsendegesetzes eingehalten werden. Die Union wird sicherstellen, dass die künftigen Post-Konkurrenten entsprechende Marktzugangschancen haben."

SPD-Chef Kurt Beck bekräftigte die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn. In vielen Ländern wie in den USA und in 22 von 27 europäischen Ländern gebe es eine derartige Regelung, sagte Beck sagte am Sonntag in Stuttgart bei einer Festveranstaltung anlässlich 100 Jahre Sozialistenkongress. „Ich bin zuversichtlich, dass wir Deutsche das auch begreifen.“

Beck sagte, die internationale Öffnung der Arbeitsmärkte sei der unwiderrufliche Auftrag gewesen, einen gesetzlichen Mindestlohn zu schaffen. „Billig darf nicht der einzig zentrale Maßstab sein.“ Gute Arbeit bedürfe auch eines gerechten Lohnes. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident warnte auch vor einer Zunahme von Beschäftigten, die trotz einer festen Stelle auf zusätzliche staatliche Unterstützung angewiesen sind.

Keine Bewegung bei Bahn-Privatisierung

Noch heikler ist in der Großen Koalition das Thema Bahn-Privatisierung. Das Vorhaben scheint gefährdeter denn je, seit die SPD auf ein Volksaktien-Konzept setzt, das von der Union abgelehnt wird. Als letzter Versuch ist ein Holding-Modell im Gespräch, das privaten Investoren doch noch den Einstieg bei der Bahn ermöglichen soll. Beck äußerte sich zurückhaltend: Alle Lösungsansätze müssten geprüft werden.

Ein Scheitern der Bahn-Privatisierung hätte laut „Spiegel“ auch personelle Konsequenzen: Für diesen Fall hätten Vorstandschef Hartmut Mehdorn und Teile des Aufsichtsrats bereits über ihren Rücktritt nachgedacht, schrieb das Nachrichtenmagazin. Aufsichtsratschef Werner Müller habe bereits einen Nachfolger gesucht und gefunden. Der Name sei bislang noch geheim.


WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
Weitere News und Tools
Weitere News sowie Tools zu dieser Rubrik finden Sie hier

MEHR ARTIKEL AUS DER RUBRIK:

Artikel Gefeiert wie ein Popstar(16.05. 17:37)
Artikel Maut soll Straßen finanzieren (16.05. 17:27)
Artikel Beirat warnt vor Mitarbeiterbeteiligung(16.05. 16:04)
Artikel Große Krankenkassen fahren Defizit ein(16.05. 14:38)
Artikel Wagenknecht kandidiert nicht als Parteivize(16.05. 13:42)

Suche im Web:


Seitenanfang


Homepage | Site Map | Hilfe | FAQ | Kontakt | Partnerprogramm | Mediadaten

Abo | Bücher | Veranstaltungen | Webtipps

COMPACT: SPD
HANDELSBLATT COMPACT:
SPD
Artikel

Clement hackt auf Beck herum

Artikel

Einmal Eintracht im Café Einstein

Artikel

Beck verliert weiter an Wählergunst

Artikel

SPD fordert sinkende Sozialabgaben

Artikel

Becks Bart ist das kleinste Problem

Artikel

Beck sackt auf neues Tief

Artikel

Clement ätzt gegen Berufspolitikertum

Quiz

„Becksperten“ gesucht

Debatte über die Agenda 2010
Artikel

Forscher beklagen „Gerechtigkeitslüge“

Artikel

Die Reform frisst ihre Kinder

Artikel

Steinmeier: „Vollbeschäftigung ist möglich“

Artikel

Agenda 2010: Viel diskutiertes Reformpaket

Bildergalerie

„Agenda 2010“ – von Hartz IV bis Praxisgebühr

Artikel

Eine peinliche Bescherung

Artikel

Althaus skizziert Kompromiss für ALG-I

Artikel

Union droht mit Scheitern der ALG I-Verlängerung

Artikel

CSU will Übergangsgelder streichen

Artikel

Merkel schleicht um den heißen Brei herum

Artikel

Zeitarbeitsbranche empört über SPD-Pläne

Artikel

SPD-Vorstand billigt Beck-Pläne

Artikel

Kommentar: Inszenierung der Beck-Festspiele

Exklusivmeldung

Weber warnt vor Rückwärtsgang

Artikel

SPD sortiert geräuschvoll Ideen für „soziales Deutschland“

Artikel

Union wankt beim Thema Arbeitslosengeld

Artikel

Dissonanzen im Gesangverein

Artikel

Vom alten Moses und dem Piano-Mann

Artikel

Wirtschaftsverbände attackieren Beck

Artikel

Schröders Comeback unerwünscht

Artikel

Wer was im Streit um das ALG-I will

Artikel

Schröder: Agenda 2010 „nicht die zehn Gebote“


Handelsblatt.com
VideoAudioMobilJobsNewsletterForumWeblogShopArchiv / wirtschaftspresse.bizAbo / Leserservice
Rohstoffe

Warum Lateinamerika für Deutschland wieder wichtig wird.
Steuerpläne

Wann die deutschen Steuerzahler mit welchen Entlastungen rechnen dürfen.
Präsident bling-bling

Warum die Franzosen bereits nach einem Jahr von Nicolas Sarkozy genervt sind.
VorschauVorschau

Alle wichtigen Termine für die Wirtschaft im Überblick