| HANDELSBLATT, Freitag, 21. Oktober 2005, 15:50 Uhr | ||||||||||||||||||||||||
Stolpe rechnet mit Streckenausbau in China | ||||||||||||||||||||||||
Positive Signale für Transrapid | ||||||||||||||||||||||||
Verkehrsminister Manfred Stolpe zufolge rechnet die Bundesregierung mit einem Ausbau der Transrapidstrecken in China. Es wird dabei von einer schnellen Entscheidung ausgegangen. | ||||||||||||||||||||||||
HB BERLIN. „Wir haben positive Signale, dass ein Vertragsabschluss in China in greifbare Nähe gerückt ist“, sagte der SPD-Politiker in einem am Freitag veröffentlichten Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Er gehe daher davon aus, dass das Projekt verwirklicht werde: „Wir haben verlässliche Anzeichen aus dem politischen Raum Chinas, und wir haben auch Anzeichen aus der Industrie, dass die erste Fernverbindung zwischen Schanghai und Hangzhou zu Stande kommt.“ Die Trasse von Schanghai in die benachbarte Großstadt hätte dann eine Gesamtlänge von über 200 Kilometern. Derzeit ist eine Flughafenanbindung von rund 30 Kilometern in Schanghai in Betrieb, die rund 1,2 Mrd. € gekostet hat. Die Verlängerung nach Hangzhou und zum Gelände der geplanten Weltausstellung 2010 in Schanghai ist bereits seit fast drei Jahren im Gespräch. Nach der erfolgreichen Jungfernfahrt der Magnetschwebebahn Silvester 2002 hatten die Chinesen die Verlängerung bereits in Aussicht gestellt. Die Transrapid-Hersteller ThyssenKrupp und Siemens verhandeln vor allem über einen Technologie-Verkauf, der von den Chinesen gewünscht wird. Transrapid-Sprecher Peter Wiegelmann sagte: „Wir sind optimistisch, dass es in China weitergeht.“ Gespräche würden kontinuierlich geführt. Die Trasse in Schanghai ist bislang der weltweit einzige kommerzielle Einsatz der Magnetschwebebahn. In Deutschland ist lediglich ebenfalls eine Flughafenanbindung in München geplant, deren Finanzierung allerdings noch unklar ist. Geschätzt werden die Kosten für die etwa 36-Kilometer lange Strecke auf 1,6 Mrd. €. Früher geplante Verbindungen im Ruhrgebiet und zwischen Hamburg und Berlin wurden wegen der Kosten nicht gebaut. Zuletzt hatten Transrapid-Projekte in Nordamerika einen neuen Schub erhalten. Der US-Kongress hat 90 Mill. Dollar für die Planung von zwei Transrapid-Strecken bewilligt. Die Hälfte der Mittel sind für Planfeststellungsverfahren und Finanzierungsplanungen der 56-Kilometer um Las Vegas vorgesehen. Die zweite Tranche soll für Projekte an der Ostküste verwandt werden: Hier konkurrieren die 87-Kilometer-Strecke vom Flughafen Pittsburgh nach Greensburg, die 63-Kilometer-Trasse von Baltimore nach Washington und das 50-Kilometer-Projekt von Atlanta zum Flughafen Hartsfield miteinander. | ||||||||||||||||||||||||
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