0 Bewertungen
05.09.2006 
Neues Gesetz

Seehofer will Namen von Gammelfleisch-Sündern veröffentlichen

Anbieter von Gammelfleisch sollen künftig veröffentlicht werden. Verbraucherschutzminister Horst Seehofer kündigte dafür ein neues Gesetz an. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten spricht indes von „dramatischen Missstände in einzelnen Schlachthöfen“.

Lupe

HB HAMBURG. "Wer schlechtes Fleisch in Umlauf bringt, soll öffentlich genannt werden", sagte Seehofer der "Bild"-Zeitung. Eine entsprechende Gesetzeslücke solle mit dem neuen Verbraucherinformationsgesetz geschlossen werden.

Außerdem forderte Seehofer, den Strafrahmen bei Verstößen gegen das Lebensmittelrecht voll auszuschöpfen. Im Sinne der Verbraucher sollten die Gerichte hier härter vorgehen. Auch sollten die Länder häufiger von der Möglichkeit gebrauch machen, gegen Gammelfleisch-Händler Berufsverbote auszusprechen. Bislang hätten die Länder im Kampf gegen Fleischskandale nicht genug mit dem Bund kooperiert.

Die Zuständigkeit der Länder für das Lebensmittelrecht wirke sich verbraucherfeindlich aus, sagte der CSU-Politiker der „Süddeutschen Zeitung“. Er forderte eine Mitwirkung des Bundes bei der Überprüfung von Lebensmittelkontrollen.

Die Verbraucherminister von Bund und Ländern wollen an diesem Donnerstag in Berlin zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Die Vorsitzende der Konferenz, die rheinland-pfälzische Verbraucherschutzministerin Margit Conrad (SPD), sagte, dabei werde es auch um die Umsetzung des bestehenden Maßnahmenprogramms gehen. Auch Seehofer werde dazu erwartet.

Nach Ansicht des Vorsitzenden der Gewerkschaft Nahrung- Genuss-Gaststätten (NGG), Franz-Josef Möllenberg, gibt es zum Teil dramatische Missstände in einzelnen Schlachthöfen. Der Gewerkschafter sagte der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“, dass die Mitarbeiter bisher jedoch mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen müssten, wenn aus den Akten der Ermittler ersichtlich werde, dass sie den Behörden entsprechende Hinweise gegeben hätten.

Die Ermittlungen der Behörden ergaben bis Montag, dass der Münchner Großhändler im Zentrum der Fahndung in mindestens neun Länder Fleisch geliefert hat. Ob die Lieferungen tatsächlich verdorben waren, stand noch nicht fest.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück  vor
  • Merkel und „Goldelse“: Ob...

    Merkel und „Goldelse“: Obamas Berlin-Agenda

    Die Faszination Obama erreicht Berlin. Zur Rede des US-Präsidentschaftskandidaten vor der Siegessäule werden Tausende Menschen erwartet, die begeistert amerikanische Fähnchen schwenken. Doch der Auftritt an der "Goldelse" ist nicht der einzige Termin des Demokraten in ...Bildergalerie 

  • Zwischen Minen und Stache...

    Zwischen Minen und Stacheldraht: Urlaub in Nordkorea

    Bade- und Wanderurlaub in Nordkorea? Gibt es nicht? Doch. Der südkoreanische Hyundai-Konzern macht es möglich: In einer kapitalistischen Enklave im bitterarmen Norden können Ausländer Golfspielen und in Luxushotels unterkommen. Doch nicht immer läuft beim Ausflug ins "...Bildergalerie 

  • Obama auf Schloss Neuschw...

    Obama auf Schloss Neuschwanstein

    Die Republik steht Kopf, seit US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama angekündigt hat, einen Fuß auf deutschen Boden zu setzen. Doch prompt hat sich sein außenpolitisch unerfahrenes Team mit den Plänen für einen öffentlichen Auftritt am Brandenburger Tor in die Nessel...Bildergalerie 

  • G8: Viel Lärm um nichts

    G8: Viel Lärm um nichts

    Einmal im Jahr bietet die Weltpolitik eine ganz große Inszenierung - den Gipfel der führenden Industriestaaten und Russlands (G8). Geschätzte 356 Millionen Euro Steuergelder flossen diesmal in das Polit-Spektakel im japanischen Toyako. Vergleichsweise unspektakulär ...Bildergalerie 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Alles schläft, Merkel lacht  Artikel in Merkliste

23.07.2008 von Thomas Hanke

Auf der Sommer-Pressekonferenz der Bundeskanzlerin gab es keine Nachricht, keine Botschaft. Das Medium war die Message: Angela Merkel selbst. Ausformuliert würde die Botschaft lauten: Macht euch keine Sorgen, genießt den Sommer, ich lächele alle Probleme weg. Kommentar