0 Bewertungen
07.09.2006 
Gammelfleischskandal

Minister einigen sich auf Standards für Lebensmittelkontrollen

Nach dem jüngsten Gammelfleischskandal haben sich Bund und Länder auf einheitliche Qualitätsstandards für Lebensmittel geeinigt. Der Beschluss ist das Ergebnis einer Sondersitzung der Ressortchefs von Bund und Ländern.

Frisches Bio-Rindfleisch in der Fleischtheke: Die Erzeuger und Vermarkter von Biofleisch profitieren vom Skandal um Gammelfleisch aus Bayern. Foto: dpaLupe

Frisches Bio-Rindfleisch in der Fleischtheke: Die Erzeuger und Vermarkter von Biofleisch profitieren vom Skandal um Gammelfleisch aus Bayern. Foto: dpa

HB BERLIN. Die Standards für Lebensmittelkontrollen sollen gemeinsam von Bund und Ländern festgelegt werden. Das beschlossen die Verbraucherminister bei ihrer Sondersitzung am Donnerstag in Berlin. Die Kontrollen sind in den Ländern von ihrer Dichte und Häufigkeit her derzeit noch sehr unterschiedlich geregelt.

Nach Angaben der Konferenzvorsitzenden Margit Conrad (SPD) wurde ein Maßnahmenpaket mit 13 Punkten geschnürt. Sie sprach von einer guten Botschaft für alle Verbraucher. An der Kompetenzverteilung bei den Lebensmittelkontrollen zwischen Bund und Ländern solle aber nicht gerüttelt werden, sagte die rheinland-pfälzische Ministerin.

Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) zeigte sich zufrieden mit dem Kompromiss. Zuvor hatte es Widerstand in den Ländern gegen mehr Kompetenzen des Bundes gegeben. Die Länder hatten sich offen für einheitliche Standards gezeigt, aber eine Kontrolle der Kontrollen durch den Bund abgelehnt.

Die Neuregelung für die Kontrollen war nach dem jüngsten Gammelfleisch-Skandal in Bayern gefordert worden. In Lagerräumen eines Münchner Großhändlers, der sich inzwischen das Leben genommen hat, entdeckten Kontrolleure mehr als 200 Tonnen verdorbenes Fleisch und Gemüse. Der Unternehmer belieferte vermutlich alle Bundesländer und mindestens acht EU-Staaten.

Der Appetit auf Fleisch ist den meisten Konsumenten trotz des Skandals nicht vergangen: Vier von fünf essen davon genau so viel wie zuvor, ergab eine Umfrage des Instituts „OmniQuest“.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück  vor
  • Das Drama um Ingrid Betan...

    Das Drama um Ingrid Betancourt

    „Gott, was für ein Wunder!“ Ingrid Betancourt kann es kaum glauben. Nach sechs Jahren wird sie aus der Farc-Geiselhaft im Dschungel von Kolumbien befereit. Die Nachricht stößt weltweit auf Freude und Erleichterung. Betancourts erster Auftritt in Freiheit und ihre Leide...Bildergalerie 

  • Steinbrück drückt Etatplä...

    Steinbrück drückt Etatpläne durch

    Sechs Flaschen Rotwein setzt Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) darauf, dass der Bundeshaushalt im Jahr 2011 erstmals seit gut vier Jahrzehnten wieder ohne neue Schulden auskommen wird. Wie der heute vom Kabinett verabschiedete Entwurf für den Haushalt 2009 und...Bildergalerie 

  • Was sich zum 1. Juli ände...

    Was sich zum 1. Juli ändert

    Am 1. Juli treten zahlreiche Änderungen in Kraft, die zum Teil in den letzten Monaten heftig umstritten waren: Rentner können sich über etwas mehr Geld im Portemonnaie freuen. Die Pflegereform bringt Verbesserungen für Pflegebedürftige und die Krankenversicherung steh...Bildergalerie 

  • Wahlfarce in Simbabwe

    Wahlfarce in Simbabwe

    Jagd auf Oppositionelle, Gewalt gegen Nichtwähler: Die umstrittene Wahl in Simbabwe löst weltweit Empörung aus. Doch Präsident Robert Mugabe lässt sich davon nicht beeindrucken. Im Gegenteil. Die Wahlfarce in Bildern. Bildergalerie 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Die EZB darf nicht leichtsinnig werden  Artikel in Merkliste

03.07.2008 von Marietta Kurm-Engels

Die Falken im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) haben sich durchgesetzt, der Leitzinse wird um 25 Basispunkte angehoben. Die spannende Frage ist jetzt, ob das alles von der Zinsfront war. Kommentar