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09.09.2006 
Gammelfleisch-Skandal

Bayern geht in die Offensive

Bayerns Verbraucherschutzminister Werner Schnappauf (CSU) ist jetzt in der Diskussion um Konsequenzen aus dem jüngsten Gammelfleisch-Skandal mit Forderungen nach einer zügigen Umsetzung von Maßnahmen zur Lebensmittelsicherheit an seinen Bundeskollegen Horst Seehofer (CSU) getreten.

HB MÜNCHEN. „Der Bund könnte im nationalen Alleingang die Anzeigepflicht wenigstens hier zu Lande in Gang setzen“, sagte Schnappauf dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Bisher sollen Mitwisser lediglich über eine EU-weite Regelung verpflichtet werden, Lieferanten verdorbener Ware anzuzeigen. Schnappauf sowie auch das Fleischerhandwerk rechnen unterdessen mit weiteren Skandalen.

Das Land Hessen will zur schnellen Reaktion auf Lebensmittelskandale eine Sondereinheit aufstellen. Dieses Team solle bei Hinweisen rasch die notwendigen Maßnahmen - etwa Kontrollen von Kühlhäusern - koordinieren, sagte Verbraucherminister Wilhelm Dietzel (CDU) in einem dpa-Gespräch.

Schnappauf kündigte außerdem an, er wolle das geplante Verbraucherinformationsgesetz, das demnächst den Bundesrat passieren soll, „offensiv anwenden“ und öffentlich Namen nennen. „Wir müssen den Gaunern das Handwerk legen, indem wir die gesamte Gammelfleischkette vom Lieferanten bis zu Metzgern, Supermärkten, Gaststätten oder Imbissbuden veröffentlichen“, sagte er. Unterstützung erhält Schnappauf in dieser Frage von den Verbrauchern. Laut einer Umfrage im Auftrag von „Focus“ sind 93 Prozent der Befragten dafür, die Namen von Betroffenen zu nennen.

Nach Ansicht des bayerischen Fleischerhandwerks ist eine lückenlose Kontrolle nicht möglich. „Es wird immer wieder Skandale geben“, sagte der Landesinnungsmeister des bayerischen Fleischerhandwerks, Georg Kleeblatt, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

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