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23.11.2007 
Umfrage der EU-Handelskammer

Unternehmen verlieren ihr Vertrauen in China

von Andreas Hoffbauer

In China macht sich bei vielen europäischen Firmen Ernüchterung breit. Vor allem das Thema Raubkopien, aber auch die mangelnde Transparenz sowie Probleme bei der Produktqualität sind Gründe für die gestiegene Skepsis. Das zeigt eine Umfrage der EU-Handelskammer Peking.

Zu viele Versprechungen und zu wenig Bewegung, kritisiert Eu-Kammerpräsident Jörg Wuttke. Foto: dpaLupe

Zu viele Versprechungen und zu wenig Bewegung, kritisiert Eu-Kammerpräsident Jörg Wuttke. Foto: dpa

PEKING. Die mit dem WTO-Beitritt der Volksrepublik China entfachten Hoffnungen haben sich für viele Unternehmen aus der Europäischen Union nicht erfüllt. Das zeigt eine am Donnerstag vorgestellte Umfrage der EU-Handelskammer Peking. Geradezu dramatisch gestiegen ist dabei die Zahl der Firmen, die einen „negativen Einfluss“ auf ihr Geschäft durch den WTO-Beitritt Chinas sehen.

Vor allem das Thema Raubkopien, aber auch die mangelnde Transparenz sowie Probleme bei der Produktqualität sind Gründe für die gestiegene Skepsis. „Es gibt einfach zu viele Versprechungen, aber zu wenig Bewegung“, kommentiert EU-Kammerpräsident Jörg Wuttke den Frust in Sachen Patentschutz. China brauche dringend eigene Patentgerichte nach europäischem Vorbild.

Nach der mit der Unternehmensberatung Roland Berger erstellten Studie sehen nur noch 16 Prozent der Firmen aus der EU in der Volksrepublik positive Effekte durch Chinas Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO). Vor einem Jahr hatten mit 43 Prozent noch deutlich mehr Firmen Vorteile erwartet. Gleichzeitig stieg die Zahl der Firmen, die dadurch Nachteile erwarten von vier Prozent auf gut ein Drittel. China war vor sechs Jahren der WTO beigetreten.


» Test: Der China-Fitness-Check für Unternehmen


An der Umfrage nahmen 287 Firmen aus den EU-Ländern teil. Die Studie wurde diesmal zum EU-China-Gipfel vorgelegt, der in der nächsten Woche in Peking stattfindet. Dazu werden unter anderem EU-Ratspräsident José Sócrates und Kommissionspräsident José Manuel Barroso erwartet. Der Brüsseler Handelskommissar Peter Mandelson, der am Wochenende bereits Schanghai besucht, kündigte gestern auf einem Zwischenstopp in Singapur harte Verhandlungen an.

Er werde ernste Gespräche mit der chinesischen Führung über das unhaltbar hohe EU-Defizit im Handel mit China führen, das jährlich um 20 Mrd. Dollar wachse. Unzufrieden zeigte sich der EU-Kommissar auch über Chinas Bemühungen im Kampf gegen Produktpiraten. In Sachen Patentschutz habe Peking bisher nicht genug getan, sagte Mandelson.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Es gibt klare Verletzungen der WTO-Vereinbarungen

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