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24.11.2007 

EZB warnt vor Inflation

Die hohe Inflation und die ebenfalls hohen Inflationsprognosen für die kommenden Monate sind für die Europäische Zentralbank ein Warnsignal. Chefvolkswirt Jürgen Stark erklärte in einem Interview, er sehe zurzeit einen globalen Trend zu stärkerer Verteuerung.

Bei Gefahren für das Preisniveau will der EZB-Rat schnell handeln. Foto: apLupe

Bei Gefahren für das Preisniveau will der EZB-Rat schnell handeln. Foto: ap

HB BERLIN. Die Europäische Zentralbank (EZB) zeigt sich beunruhigt wegen des erwarteten Anstiegs der Inflation. „Wir nehmen es sehr ernst, dass Schätzungen für Oktober auf eine Inflationsrate von 2,6 Prozent hinweisen“, sagte Jürgen Stark, EZB-Chefvolkswirt und Direktoriumsmitglied, der „Welt am Sonntag“ nach einem Vorabbericht vom Samstag. „Zumal wir nicht nur in diesem einen Monat, sondern auch noch Anfang kommenden Jahres mit erhöhten Inflationsraten rechnen müssen.“

Allerdings handle es sich dabei um ein temporäres Phänomen. Der Preissteigerungsdruck werde im zweiten Halbjahr 2008 wieder abnehmen. Dennoch sagte Stark: „Wir können mit der derzeitigen Entwicklung nicht zufrieden sein.“

Stark bekräftigte die Bereitschaft des EZB-Rates, bei Gefahren für das Preisniveau sofort zu handeln: „Unser Beitrag für nachhaltiges Wachstum ist ein stabiles Preisniveau. Deshalb werden wir höhere Inflationsraten nicht zulassen.“ Es sei jetzt wichtig, dass im Euroraum keine sogenannten Zweitrundeneffekte durch zu hohe Lohnabschlüsse entstünden. Bislang gebe es aber von der Lohnseite her nicht den Druck, den die EZB befürchtet habe. Er betonte, dass die EZB möglichen Versuchen „sofort entgegenwirken“ werde, wegen höherer Rohstoffpreise auch kräftigere Lohnsteigerungen durchzusetzen.

Nach Ansicht von Stark dürfte die Inflation aber nicht nur im Euroraum, sondern weltweit zunehmen: „Das Risiko global steigender Inflation ist größer geworden.“ Durch die Globalisierung hätte es bislang einen dämpfenden Effekt auf die Importpreise gegeben, der allerdings durch höhere Rohstoffpreise ausgeglichen worden sei. „Jetzt könnte der dämpfende Effekt langsam schwinden, während der Effekt durch die höheren Rohstoffpreise zunächst wohl erhalten bleibt“, sagte Stark.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Vom Dollar und vom Euro

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