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08.01.2008 
Sarkozys Pressekonferenz

Alles nur Bruni

Bruni, Bruni, Bruni: Die Liaison von Präsident Nicolas Sarkozy mit der Sängerin Carla Bruni stellt in Frankreich derzeit alles Politische in den Schatten. Da erhielt auch die Vorstellung des künftigen Reformkurses auf Sarkozys erster großen Pressekonferenz im neuen Jahr wenig Aufmerksamkeit.

Bester Laune: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy auf der Pressekonferenz. Quelle: ReutersLupe

Bester Laune: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy auf der Pressekonferenz. Quelle: Reuters

HB PARIS. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat etwa 450 Journalisten zu seiner ersten großen Pressekonferenz seit Amtsantritt empfangen. Doch statt harten politischen Themen interessierte die Medienvertreter vor allem eins: Carla Bruni. Die Beziehung zu der Sängerin sorgt in Frankreich seit Wochen für Aufsehen.

Und Sakozy gab sich durchaus redselig. Was er auf der Pressekonferenz verriet, dürfte die Klatschspalten der Blätter wieder für einige Wochen füllen: Sarkozy schloss eine Hochzeit nicht aus. „Es ist ernst“, sagte er. Wahrscheinlich erfahre die Öffentlichkeit aber erst dann von der Hochzeit, wenn die Ringe schon längst getauscht seien.

Die französische Presse hat der Romanze zwischen dem 52-jährigen Staatsoberhaupt und der 40-Jährigen große Aufmerksamkeit geschenkt, seit sich beide im vergangenen Monat bei einem Besuch im Disneyland Paris von Fotografen ablichten ließen. Jüngste Umfrage zeigen allerdings, dass viele Franzosen nichts mehr über die Liebesgeschichten ihres Präsidenten lesen oder hören wollen. So erklärten in einer Umfrage der Tageszeitung „Liberation“ vom Montag 63 Prozent, dass Sarkozy sein Privatleben zu sehr zur Schau stelle.

Sarkozy wiederum kritisierte indirekt das Verhalten seiner Vorgänger, die diskrete außerehelichen Beziehungen hatten. „Jeder wusste es, aber niemand hat darüber gesprochen“, sagte Sarkozy. „Carla und ich haben uns entschieden, nicht zu lügen“, sagte er.

Politisches gab es dann aber auch noch zu verkünden. Frankreich will künftig eine Quotenregelung für Einwanderer einführen, erklärte der Präsident. „Wir brauchen Quoten mit Blick auf unsere Aufnahme- und Integrationsfähigkeiten. Jeder weiß, dass dies die beste Lösung ist“, fügte er hinzu. Frankreich wolle nur diejenigen aufnehmen, die sich auch integrieren lassen.

Künftig soll jedes Jahr im Parlament festgelegt werden, wie viele Ausländer aus welchen Ländern willkommen seien. Die Quoten sollten mit den Herkunftsländern abgesprochen werden. Im vergangenen Jahr hat Frankreich knapp 24 000 Ausländer ohne Aufenthaltsberechtigung abgeschoben, etwa 1000 weniger als vorgesehen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Große Pläne für die EU

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