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29.02.2008 
EU-Kommission

Barroso braucht neue Mitarbeiter

von Michael Scheerer

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso steht womöglich vor einem größeren Umbau der Kommission. Wie gestern in Brüssel offiziell bestätigt wurde, gibt der zyprische EU-Kommissar für Gesundheitspolitik, Markos Kyprianou, seinen Posten wohl noch in dieser Woche auf, um in seinem Heimatland Außenminister zu werden. Sein Plan könnte Nachahmer finden.

 EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou verlässt Brüssel, um Außenminister der Republik Zypern zu werden. Foto: dpa Lupe

EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou verlässt Brüssel, um Außenminister der Republik Zypern zu werden. Foto: dpa

BRÜSSEL. Als Nachfolgerin für den scheidenden Markos Kyprianou will Zypern Androulla Vasiliou, Rechtsanwältin und Gattin des ehemaligen zyprischen Präsidenten George Vasiliou, nominieren.

Mitte April könnte der italienische EU-Kommissar für die Innen- und Justizpolitik, Franco Frattini, Kyprianou folgen. Frattini, der auch Vizepräsident der EU-Kommission ist, gilt als Kandidat für das Amt des Außenministers, falls Silvio Berlusconi Mitte April die Parlamentswahlen in Italien gewinnt.

Umfragen zufolge liegt der rechtspopulistische ehemalige Ministerpräsident und Medienmogul in der Gunst der Wähler vorn. Frattini ist einer der profiliertesten Kommissare in der seit Ende 2004 amtierenden Barroso-Kommission. Der Italiener will zunächst eine vierwöchige Auszeit von seinem Brüsseler Amt nehmen, um am Wahlkampf teilzunehmen.

Auch das Schicksal des maltesischen Kommissars Joe Borg ist ungewiss. Aus Kommissionskreisen verlautete, Borg könne die Brüsseler Behörde verlassen, um nach den bevorstehenden Wahlen auf Malta eine politische Karriere in seinem Heimatland zu übernehmen.

Mittelfristig steht ferner hinter dem Namen des angesehenen spanischen EU-Kommissars für Wirtschafts- und Währungsfragen, Joaquín Almunia, ein Fragezeichen. Der sozialistische Politiker gilt zwar nicht als Kandidat für das Amt des spanischen Wirtschafts- und Finanzministers, sollte der amtierende spanische Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero aus der Parlamentswahl in zwei Wochen als Sieger hervorgehen.

Der jetzige Finanzminister und ehemalige EU-Währungskommissar Pedro Solbes hat erklärt, wieder antreten zu wollen. Doch muss Almunia vermutlich Anfang 2009 Brüssel vorzeitig verlassen, wenn der neue EU-Vertrag in Kraft tritt. Dann wird aller Wahrscheinlichkeit nach der spanische Außenbeauftragte der EU, Javier Solana, automatisch Mitglied der EU-Kommission.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Kyprianou-Nachfolgerin muss sich wahrscheinlich einer Anhörung stellen

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