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14.03.2008 
Folgen der Subprime-Krise

Finanzkrise trifft Irland und Spanien

von Dirk Heilmann

Irland und Spanien werden nach Einschätzung von Volkswirten am meisten unter dem Doppelschlag aus Subprime-Krise und Euro-Aufwertung leiden. Deutschland werde im Vergleich trotz seiner Exportabhängigkeit glimpflich davonkommen. Außerhalb der Eurozone gilt Großbritannien als großer europäischer Verlierer.

Die Dollar-Schwäche belaste die Wettbewerbsfähigkeit der Eurozone nicht nur im Geschäft mit den USA, sondern auch mit Südamerika, Nahost, Australien und Asien. Foto: ArchivLupe

Die Dollar-Schwäche belaste die Wettbewerbsfähigkeit der Eurozone nicht nur im Geschäft mit den USA, sondern auch mit Südamerika, Nahost, Australien und Asien. Foto: Archiv

LONDON. Europa steckt sich den Experten zufolge nach wie vor an, wenn die größte Wirtschaftsmacht der Welt krankt. Doch die Übertragungswege sind andere als noch in den Neunzigerjahren. Außerdem überlagert die vom US-Häusermarkt ausgehende Finanzkrise die gewohnten Effekte. Dadurch ergibt sich ein kompliziertes Bild.

Die Dollar-Schwäche belaste die Wettbewerbsfähigkeit der Eurozone nicht nur im Geschäft mit den USA, sondern auch mit Südamerika, Nahost, Australien und Asien, warnt Julian Callow, Volkswirt bei Barclays Capital in London. Hinzu komme, dass der Euro auch gegenüber dem Yen gestiegen sei.

Nehme man die Exporte in all diese Regionen zusammen, zeige sich, dass sie in Belgien mit 15 Prozent und Irland mit 14 Prozent den größten Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) hätten. Auch Deutschland liege mit neun Prozent noch in der Gruppe der stark betroffenen Länder. Staaten wie Spanien, Griechenland und Portugal seien hingegen kaum tangiert.

Der Druck auf die Exporte durch die nachlassende Wettbewerbsfähigkeit und schwächere internationale Nachfrage werde das Wachstum in der Eurozone im ersten Halbjahr unter den langfristigen Trend drücken, sagt Dario Perkins von ABN Amro. "Aber es ist wichtig, die Gefahr nicht zu übertreiben", fügt er hinzu. Steigende Löhne und Konsumausgaben dürften Kernländer wie Deutschland und Frankreich stützen. Vor allem Deutschland sehen die Ökonomen mit einem blauen Auge davonkommen. Die verbesserte Wettbewerbsfähigkeit halte das Land in der Spur.

Die Ansteckungsgefahr wird zudem durch zwei Faktoren gemildert: Einerseits ist der Anteil der USA an den Exporten der Eurozone seit 2000 von 18 auf 12 Prozent gesunken ist, wie Moody's Economy.com berechnet hat. Andererseits sind große Schwellenländer besser als noch vor zehn Jahren in der Lage, eine Rezession in den USA geld- und fiskalpolitisch abzufedern.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Großbritannien - "Epizentrum des Risikos"

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