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05.04.2008 
In letzter Minute

Klimakonferenz in Bangkok endet mit Einigung

Auf dem Weg zu einem Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll ist die internationale Gemeinschaft einen Schritt weitergekommen. Die Klimakonferenz in Bangkok ging in letzter Minute mit der Einigung auf ein konkretes Arbeitsprogramm zu Ende.

HB BANGKOK/BERLIN. „Der Zug nach Kopenhagen hat den Bahnhof verlassen“, sagte der Leiter der UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel (FCCC), Yvo de Boer, am Samstag. In Kopenhagen sollen die Verhandlungen Ende kommenden Jahres abgeschlossen werden. „Wir sind auf einem guten Weg“, lobte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Viele Staaten hätten interessante Vorschläge zur Ausgestaltung eines künftigen Klimaschutz-Abkommens gemacht. Diese seien aber „nicht alle miteinander kompatibel und müssen weiter angenähert werden“.

Delegationen aus 163 Staaten hatten fünf Tage um die Verhandlungsagenda gerungen. Die Konferenz sollte am Freitag enden, zog sich aber bis zum Durchbruch noch bis zum Samstag (Ortszeit) hin. Die Verhandlungen drohten insbesondere an einem Streit zwischen Japan und Entwicklungsländern über die Reduzierung von Treibhausgasen zu scheitern. Zum Teil wurden die strittigen Themen auf einen späteren Zeitpunkt vertagt.

„Mundgerechte Stücke“

De Boer zeigte sich dennoch zufrieden: „Wir haben jetzt nicht nur die Gewissheit, dass kritische Streitpunkte in diesem Jahr erörtert werden, sondern wir haben die mundgerechten Stücke, die es uns erlauben, effektiv zu verhandeln“, sagte der Leiter des UN-Klimasekretariats. In den weiteren Verhandlungsrunden soll über die Vorschläge zur Verringerung des Treibhausgas-Ausstoßes, zur Anpassung an den Klimawandel, zur Technologiekooperation und zur Finanzierung des Klimaschutzes beraten werden.

Die deutsche Umweltorganisation Germanwatch erklärte, nun komme es darauf an, dass die Staats- und Regierungschefs den Klimawandel zur Chefsache machten. Nur dann könne 2009 tatsächlich ein ambitioniertes Abkommen herauskommen. „Sonst besteht nach wie vor die Gefahr, dass sich die Experten immer wieder im Klein-Klein verkeilen“, erklärte der Geschäftsführer Organisation, Christoph Bals, am Samstag.

Die Delegationen knüpften an die im Dezember auf Bali erzielte Grundsatzvereinbarung an, bis 2009 einen Nachfolgevertrag für das Kyoto-Protokoll zu schließen. Bis zum Abschluss eines neuen globalen Klimaschutzabkommens ist es allerdings noch ein langer Weg. Die Verhandlungslinien haben sich seit Bali nicht verändert. Während die EU eine Führungsrolle der westlichen Industriestaaten bei der Eindämmung klimaschädlicher Treibhausgase anstrebt, wollen die USA nur mitziehen, wenn sich auch China und Indien zu einer drastischen Reduzierung ihrer CO2-Emissionen verpflichten.

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