PolitikInternational
WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
HANDELSBLATT, Dienstag, 29. April 2008, 12:09 Uhr
Verhandlungen

EU unterzeichnet Abkommen mit Serbien sofort

Die Europäische Union will noch an diesem Dienstag in Luxemburg ein Abkommen über engere Zusammenarbeit mit Serbien unterzeichnen. Damit will die EU knapp zwei Wochen vor der Parlamentswahl in dem Land die politische Verbindung zu dem Balkanland stärken.


 Mehr zum Thema: Serbien
Artikel

Pro-Europäer siegen in Serbien  (12.05. 10:36)

Artikel

Hohe Beteiligung an „Schicksalswahl“ in Serbien (11.05. 12:12)

Artikel

Kommentar: Doppelte Botschaft (30.04. 05:52)

Zum Special ...



Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana ist zuversichtlich. Foto: dpa
Bild vergrößernDer EU-Außenbeauftragte Javier Solana ist zuversichtlich. Foto: dpa

HB LUXEMBURG. Die Außenminister einigten sich auf die Unterzeichnung des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens (SAA), teilte ein Sprecher der slowenischen EU-Ratspräsidentschaft mit. Serbiens Präsident Boris Tadic wird am Dienstagnachmittag um 16 Uhr zur Unterzeichnung erwartet.

Schon vor dem Treffen der 27 EU-Außenminister am Dienstag in Luxemburg hatten Teilnehmer gesagt, im Streit innerhalb der Europäischen Union um die künftigen Beziehungen zu Serbien sei ein Durchbruch möglich. „Mein Eindruck ist, dass es möglich ist, die Schwierigkeiten zu überwinden und gemeinsam eine Lösung aller 27 Mitgliedstaaten zu finden“, sagte EU-Chefdiplomat Javier Solana.

Die Niederlande und Belgien haben bisher den Wunsch einer Mehrheit der anderen EU-Staaten abgelehnt, noch an diesem Dienstag ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit Serbien zu unterzeichnen. Damit soll den proeuropäischen Kräften in Serbien vor den Parlamentswahlen vom 11. Mai ein Zeichen gegeben werden „dass unser Herz offen ist, Serbien zu empfangen, wenn es willens ist, enger mit Europa zusammenzuarbeiten“, sagte Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn.

Auf die Frage, ob Serbiens Präsident Boris Tadic und Außenminister Vuk Jeremic noch am Dienstag das SAA unterzeichnen könnten, sagte er: „Ich denke schon. Möglich. Jeder ist in Luxemburg herzlich willkommen.“

Der niederländische Außenminister Maxime Verhagen sagte, es werde keine Einigung geben, die die Stellung des Uno- Kriegsverbrechertribunals in Den Haag untergräbt. Die Niederlande und Belgien hätten sich in den nächtlichen Vor-Verhandlungen aber „sehr flexibel“ gezeigt. Die Niederlande beharren nach Angaben von Diplomaten nicht mehr darauf, dass Serbien vor einer Unterzeichnung des Stabilisierungsabkommens den als Kriegsverbrecher gesuchten serbischen Ex-General Ratko Mladic an das Uno-Gericht ausliefern muss.

Allerdings dürfe das Abkommen von allen EU-Staaten erst ratifiziert werden, wenn Belgrad uneingeschränkt mit dem Tribunal kooperiere. „Jetzt müssen wir sehen, wie wir das schriftlich festhalten können“, sagte Asselborn. „Aber ich halte das für möglich.“

„Wir werden ein äußerst kraftvolles Signal hinsichtlich der europäischen Perspektive Serbiens in den politischen und wirtschaftlichen Beziehungen senden können“, sagte EU- Erweiterungskommissar Olli Rehn. Die EU plant vor allem, einen Fahrplan für die Einführung visafreier Reisemöglichkeiten für Serben und Bürger anderer Balkan-Staaten einzuführen.


WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
Weitere News und Tools
Weitere News sowie Tools zu dieser Rubrik finden Sie hier

MEHR ARTIKEL AUS DER RUBRIK:

Artikel Saudi-Arabien will Ölfördermenge erhöht haben (16.05. 22:23)
Artikel Chávez reicht Merkel die Hand(16.05. 20:35)
Artikel Post-Liberalisierung in Niederlanden erneut verschoben (16.05. 16:22)
Artikel Gipfel: Merkel will Streitthemen anpacken(16.05. 13:58)
Artikel Termin für Stichwahl in Simbabwe steht(16.05. 13:53)

Suche im Web:


Seitenanfang


Homepage | Site Map | Hilfe | FAQ | Kontakt | Partnerprogramm | Mediadaten

Abo | Bücher | Veranstaltungen | Webtipps

HANDELSBLATT-TICKER

Alle News     Alle Indizes     RSS

US-WAHL 2008
ArtikelUS-Republikaner fürchten „Blutbad“
ArtikelKein Land für wunde Seelen
ArtikelObama nennt Reporterin „Schätzchen“
ArtikelAuch Edwards unterstützt Obama
Exklusivmeldung„Ich würde Obama raten, eine CO2-Steuer einzuführen“
ArtikelSieg mit psychologischer Bedeutung
WEIMERS WOCHE


Beck up


Es gibt Missionen, die sind ehrenvoll, aber doch so heikel, dass man sie keinem wirklich wünscht: Frauenbeauftragter bei Beate Uhse, Zahnarzt beim Weißen Hai oder auch Vorsitzender der SPD.

Von Wolfram Weimer

ORDNUNGSPOLITISCHER EINSPRUCH


Disziplin zahlt sich aus


Drei Jahreszahlen markieren den Weg zur europäischen Währungsintegration: 1993, 1998 und 2008. Sie machen zugleich deutlich, durch welch unterschiedliche monetäre Welten wir uns innerhalb von anderthalb Jahrzehnten bewegt haben. Nach starken Währungsturbulenzen und großen Risiken wird 2008 ein besonders herausragendes Jahr in der Positionierung der europäischen Geldpolitik.

Von Michael Hüther

DAS POLITISCHE FEATURE


Lächeln und wohlfühlen? Das war einmal


Nicht jeder Politiker zeigt sich in diesen Tagen gern mit dem Dalai Lama. So wird der zweite Besuch des geistigen Oberhauptes der Tibeter in Deutschland überschattet vom Streit der Polit-Prominez über den richtigen Umgang mit dem Gast. Immerhin: Die CDU-Granden Roland Koch, Jürgen Rüttgers und Norbert Lammert kennen keine Berührungsängste.

Von Petra Blum und Andreas Rinke

BILDERGALERIEN
Bildergalerie  Freunde und Feinde des Dalai Lama
Der Dalai Lama ist auf fünftägiger Deutschland-Reise, und die Nervosität in der Bundesregierung ist groß. Diplomatischer Druck aus Peking ist Berlin gewiss. So zeigt sich die Regierungsspitze gegenüber dem religiösen Oberhaupt der Tibeter ungewohnt zurückhaltend. Doch der Dalai Lama hat andere Unterstützer. Seine Freunde und Feinde in Bildern.
Bildergalerie  Armut, Gewalt, Wirtschaftsboom
Bundeskanzlerin Angela Merkel ist auf großer Lateinamerika-Reise. Dabei erwartet sie ein Kontinent voller Widersprüche. Kräftiges Wirtschaftswachstum und ein neues Selbstbewusstsein stehen auf der einen Seite, immer noch weit verbreitete Armut, Umweltzerstörung sowie tiefe ideologische Gräben auf der anderen. Warum Länder wie Brasilien und Mexiko gerade jetzt wieder in den Fokus der deutschen Politik und Wirtschaft rücken.
Bildergalerie  Steuerentlastungen: Was wann kommt
Sicher ist: Bis zur Bundestagswahl im September 2009 werden die Parteien darüber streiten, wer die Bürger am meisten von Steuern und Abgaben entlasten will. Was wann an Entlastungen mit welcher Wahrscheinlichkeit kommt, zeigt diese Übersicht.
Bildergalerie  Putins Kreml AG
Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Macht offiziell an seinen Wunschnachfolger Medwedjew übergeben. Seit 2000 war es das Ziel Putins, alle Macht auf den Kreml zu konzentrieren – und er hat es konsequent verfolgt: Putin steuert den Branchenriesen Gazprom, lehrt die Oligarchen das Fürchten, lässt eine Opposition nicht zu. Der Aufstieg des Ex-Geheimdienstlers in Bildern.
UMFRAGE

Um Konflikte mit China zu umschiffen, vermeiden deutsche Spitzenpolitiker und auch der Bundespräsident ein Treffen mit den Dalai Lama. Halten Sie das für richtig?

Ja

Nein

 
 Umfrageergebnis
 Umfragearchiv

Handelsblatt.com
VideoAudioMobilJobsNewsletterForumWeblogShopArchiv / wirtschaftspresse.bizAbo / Leserservice
Rohstoffe

Warum Lateinamerika für Deutschland wieder wichtig wird.
Steuerpläne

Wann die deutschen Steuerzahler mit welchen Entlastungen rechnen dürfen.
Präsident bling-bling

Warum die Franzosen bereits nach einem Jahr von Nicolas Sarkozy genervt sind.
VorschauVorschau

Alle wichtigen Termine für die Wirtschaft im Überblick