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13.05.2008 
Hilfslieferungen

EU kommt zu Birma-Krisensitzung zusammen

Angesichts der völlig unzureichenden Hilfe für die Zyklonopfer in Birma kommen heute in Brüssel die europäischen Entwicklungshilfeminister zu einer Krisensitzung zusammen. Hilfslieferungen für die Opfer des verheerenden Tropenstumrs werden von der Militärregierung weiter nur zögerlich ins Land gelassen.

Die Seuchengefahr in Birma steigt. Foto: dpaLupe

Die Seuchengefahr in Birma steigt. Foto: dpa

HB BRÜSSEL/RANGUN. Die EU will ihre Hilfe aufstocken und verhindern, dass Überlebende an Hunger, verseuchtem Wasser und Krankheiten sterben.

Die Militärregierung Birmas behindert das Einfliegen ausreichender Nahrungsmittel, Zelte und Medikamente seit mehr als einer Woche. Sie lässt ausländische Helfer nach wie vor nur sehr zögerlich ins Land, was zahlreiche internationale Proteste ausgelöst hat. Hilfsorganisationen warnen vor großer Seuchengefahr.

Die Regierung in Birma gibt die Zahl der Toten inzwischen mit knapp 32 000 an. Mehr als 30 000 Menschen gelten als vermisst. Die Vereinten Nationen gehen von bis zu 100 000 Toten durch den Zyklon „Nargis“ aus, der das Küstengebiet Birmas am 3. Mai verwüstete.

Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul forderte Russland und China auf, Anstrengungen im Uno-Sicherheitsrat zu unterstützen, mit denen mehr Druck auf Birma ausgeübt werden soll. Der Sicherheitsrat müsse die Junta auffordern, endlich Hilfsorganisationen ins Land zu lassen, sagte die SPD-Politikerin der „Passauer Neuen Presse“.

Die Staatengemeinschaft habe die Verantwortung, Menschen in Notsituationen zur Seite zu stehen, wenn ihre Regierung die Bevölkerung bewusst nicht schütze.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon lehnte es allerdings zunächst ab, den Weltsicherheitsrat einzuschalten. Gleichwohl machte Ban seine Verärgerung über die mangelnde Kooperation der Militärjunta in Birma deutlich. „Ich möchte meine tiefe Sorge und gewaltige Frustration über die inakzeptabel langsame Antwort auf diese schwerwiegende humanitäre Krise zum Ausdruck bringen“, sagte er in New York.

Nach Angaben von Ban sind weniger als ein Drittel der mehr als 1,5 Millionen Überlebenden des verheerenden Zyklons versorgt worden. Und selbst die rund 270 000 Opfer, die man habe versorgen können, hätten nur das Allernötigste bekommen.

Am Dienstag startete allerdings ein US-Flugzeug mit Hilfsgütern für die Zyklon-Opfer von Thailand aus nach Rangun . Die Militärmaschine vom Typ C-130 hatte vor allem Trinkwasser, Decken und Moskitonetze an Bord, wie Oberstleutnant Douglas Powell mitteilte.

Ein zweites US-Flugzeug sollt noch im Laufe des Tages folgen, für Mittwoch waren weitere Lieferungen geplant. Am Montag war erstmals einer US-Maschine die Landung in Birma gestattet worden.

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