0 Bewertungen
13.05.2008 
Ablehnung des Parlaments

Haitis designierter Ministerpräsident fällt durch

In Haiti hat sich die innenpolitische Krise verschärft. Der von Präsident René Préval als neuer Ministerpräsident nominierte Ericq Pierre fiel am Montag im Parlament durch.

Wir nun nicht Haitis neuer Ministerpräsident: Ericq Pierre. Foto: apLupe

Wir nun nicht Haitis neuer Ministerpräsident: Ericq Pierre. Foto: ap

HB PORT-AU-PRINCE. Gegen den 63 Jahre alten Ökonom und Mitarbeiter der in Washington ansässigen Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) Ericq Pierre stimmten 51 Abgeordnete, nur 35 waren für seine Ernennung, neun enthielten sich der Stimme, berichtete die lokale Nachrichtenagentur Haiti Press.

Der noch amtierende Regierungschef Jacques-Edouard Alexis war im April nach Unruhen wegen gestiegener Lebensmittelpreise abgesetzt worden. Préval muss jetzt gemeinsam mit den Vorsitzenden der beiden Parlamentskammern nach einem neuen Kandidaten suchen.

In einer ersten Reaktion bezeichnete ein ausländischer Diplomat die Lage in dem ärmsten Land Lateinamerikas als sehr schwierig. „Derzeit werden keine Entscheidungen getroffen. Wertvolle Zeit geht verloren“, sagte er.

Schon die Suche nach einem Nachfolger des noch amtierenden Premierministers Jacques-Edouard Alexis hatte Wochen gedauert. Im Senat hatte Pierre am Mittwoch vergangener Woche die Mehrheit erhalten.

Pierre, seit vielen Jahren ein Vertrauter von Preval, hatte angeblich nicht hinreichend seine haitianische Herkunft belegt, hieß es am Montag in lokalen Presseberichten. Er sollte Alexis nachfolgen, der Mitte April vom Senat abgesetzt worden war, weil er keine Lösung für die steigenden Lebensmittelpreise in dem Armenhaus Amerikas gefunden hatte.

Wegen der Teuerung der Lebensmittel war es Anfang April in Haiti zu gewalttätigen Unruhen gekommen, bei denen sechs Menschen ums Leben kamen.

Tausende vorwiegend junge Leute plünderten in der Hauptstadt Geschäfte, Banken und Privathäuser und forderten den Rücktritt der Regierung. Nachdem der Senat Alexis abgesetzt hatte, flauten die Proteste ab.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück vor
  • Steinmeiers Freunde und F...

    Steinmeiers Freunde und Feinde

    Alles läuft auf ihn zu: Frank-Walter Steinmeier könnte die SPD bei der Wahl 2009 anführen. Doch nicht alle führenden Genossen sind ihm wohl gesonnen. Wie jeder Politiker hat auch Steinmeier parteiinterne Gegner und Unterstützer. Seine Freunde und Feinde im Überblick. Bildergalerie 

  • „Datendieben den Garaus m...

    „Datendieben den Garaus machen“

    Auf einem Gipfeltreffen, das heute in Berlin stattfindet, suchen die Bundesregierung und Verbraucherverbände Wege, den illegalen Handel mit Kundendaten einzudämmen. Unternehmen fürchten das Verbot und warnen vor zu viel Regulierung. Einen Kompromiss zu finden könnte sc...Bildergalerie 

  • McCain begeistert die Rep...

    McCain begeistert die Republikaner

    Hurrikan Gustav und eine Schwangerschaft wirbelten den Parteitag der Republikaner durcheinander. Doch Vizekandidatin Palin begeisterte trotz des Familien-Skandals. Das Parteitreffen rundete dann John McCain mit einer umjubelten Rede ab.Bildergalerie 

  • Krönung und Konfetti

    Krönung und Konfetti

    Der Parteitag der Demokraten ist im vollen Gang. Die Show in Denver soll Begeisterung und Siegesgewissheit vermitteln. Es geht darum, die Herzen der Amerikaner zu gewinnen. Bildergalerie 

 

weiterGlobal Reporting

Pecorino in Gefahr 

04.09.2008Global Reporting

Es ist schlecht bestellt um Italiens Schafkäse Pecorino. Und Schuld ist mal wieder die EU. Genau genommen die EU-Erweiterung. Nach zwei Wochen in den Berges des Apennin wischen den Marken und Abruzzen, mache ich mir Sorgen um die Herstellung meines geliebten Pecorino. Blog


weiterMadagaskar

Back to the USSR 

20.08.2008Madagaskar

Krieg als Mittel der Politik ist auch im 21. Jahrhundert keine Ausnahme und nicht den Despoten vorbehalten. Blog