0 Bewertungen
13.05.2008 
Hilfslieferungen

EU macht Druck auf Birma

Die Vereinten Nationen müssen nach Ansicht des EU-Außenbeauftragten Javier Solana auch gegen den Willen der Militärregierung in Birma den Katastrophenopfern mit allen erdenklichen Mitteln zur Seite stehen. Schätzungen gehen mittlerweile davon aus, dass der Tropensturm bis zu 100 000 Todesopfer gefordert hat.

Fast zwei Millionen Menschen kämpfen in Birma um das schiere Überleben. Foto: dpaLupe

Fast zwei Millionen Menschen kämpfen in Birma um das schiere Überleben. Foto: dpa

HB BRÜSSEL. Angesichts der Behinderung von Hilfskräften durch die in dem südostasiatischen Land regierenden Militärs unterstrich Solana am Dienstag in Brüssel, die Uno-Charta sehe für diesen Fall Lösungswege vor. „Wir müssen alle Mittel nutzen, um diesen Menschen zu helfen.“

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, er sei zutiefst besorgt und sehr frustriert über die unakzeptabel langsame Reaktion der Regierung Birmas.

Mehr als eine Woche nach den Verwüstungen durch einen Zyklon verweigert das Militärregime weiterhin die Einreise der meisten Helfer von den Vereinten Nationen oder Hilfsorganisationen. Lieferungen von Nahrungsmitteln oder Medikamenten werden inzwischen zugelassen.

Die EU-Kommission hat zwei Millionen Euro bereitgestellt und hält weitere 30 Millionen Euro bereit, bis mehr Klarheit über den Bedarf herrscht.

Die Entwicklungshilfeminister der 27 EU-Länder trafen in Brüssel zu einer Krisensitzung zusammen, um über die Lage in Birma zu beraten und ihre Hilfsaktionen zu koordinieren.

EU-Diplomaten zufolge wollen sie die Regierung Birmas auffordern, die internationale Hilfe nicht länger zu behindern. Die EU sei zutiefst besorgt über die mangelnde Kooperationsbereitschaft der Militärregierung und drängten auf uneingeschränkten Zugang der internationalen Hilfe, um eine noch größere Tragödie zu verhindern.

EU-Entwicklungshilfekommissar Louis Michel wollte gleich nach dem Treffen nach Birma aufbrechen, um auf die Regierung einzuwirken. Doch es war unklar, ob er eine Einreiserlaubnis bekommen würde. „Wir arbeiten noch an der Logistik der Reise“, sagte ein Sprecher Michels. Der Kommissar werde zunächst nach Bangkok fliegen und sei auch darauf eingestellt, notfalls mehrere Tage auf eine Einreiseerlaubnis zu warten.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind bei dem Wirbelsturm 60 000 bis 100 000 Menschen ums Leben gekommen. Nach den Zahlen der Behörden in Birma beläuft sich die Zahl der Todesopfer auf knapp 32 000. Vermutlich fast zwei Millionen Menschen kämpfen ums schiere Überleben.

In vielen Orten sind sie ohne Hilfe oder Lebensmittelversorgung der Regierung sich selbst überlassen. Die ohnehin schon schwierige Lage wurde durch schwere Regenfälle weiter behindert.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wie Deutschland den Zyklon-Opfern hilft

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Zu früh gefreut

25.07.2008
Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück  vor
  • Obamas Visionen für die W...

    Obamas Visionen für die Welt

    Europa, Amerika, die Welt und Berlin: Barack Obama hat in seiner Rede vor der Siegessäule seine politischen Ideen präsentiert. Die wichtigsten Aussagen des demokratischen Präsidentschaftskandidaten im Überblick. Bildergalerie 

  • Obamania in Berlin

    Obamania in Berlin

    Sein erster Deutschland-Besuch war perfekt geplant: Bevor Barack Obama an der Siegessäule in Berlin sprechen konnte, absolvierte er ein reichaltiges Vorprogramm: Kanzlerin, Außenminister, Bürgermeister. Obamas Tag in der deutschen Hauptstadt. Bildergalerie 

  • Merkel und „Goldelse“: Ob...

    Merkel und „Goldelse“: Obamas Berlin-Agenda

    Die Faszination Obama erreicht Berlin. Zur Rede des US-Präsidentschaftskandidaten vor der Siegessäule werden Tausende Menschen erwartet, die begeistert amerikanische Fähnchen schwenken. Doch der Auftritt an der "Goldelse" ist nicht der einzige Termin des Demokraten in ...Bildergalerie 

  • Zwischen Minen und Stache...

    Zwischen Minen und Stacheldraht: Urlaub in Nordkorea

    Bade- und Wanderurlaub in Nordkorea? Gibt es nicht? Doch. Der südkoreanische Hyundai-Konzern macht es möglich: In einer kapitalistischen Enklave im bitterarmen Norden können Ausländer Golfspielen und in Luxushotels unterkommen. Doch nicht immer läuft beim Ausflug ins "...Bildergalerie 

 

weiterGlobal Reporting

Echte Schaufensterpuppen 

24.07.2008Global Reporting

Keine Puppen, sondern echte Models. Wer in diesen Tagen in Mailand am Kaufhaus Coin ins Schaufenster schaut, kommt ins Staunen. Echte Models räkeln sich dort im Bikini auf dem Strandlaken im feinen Sand oder im Klappstuhl unter der Plastikpalme. Blog


weiterMadagaskar

Was Beck von Barack lernen kann 

09.07.2008Madagaskar

Kein Wunder, dass sich die Große Koalition in Berlin über den Auftritt von Barack Obama vor dem Brandenburger Tor streitet. Angela Merkel kann dabei nur verlieren. Blog