0 Bewertungen
13.05.2008 
Treffen der Finanzminister des Eurogebiets

Inflation wird Gipfel-Thema der EU

Die hohen Preise für Nahrungsmittel und Rohstoffe rufen die EU auf den Plan. „Wir sollten überlegen, ob wir die gemeinsame Agrarpolitik verbessern können“, sagte EU- Währungskommissar Joaquín Almunia am Dienstag in Brüssel. Er kündigte für den kommenden Monat Beratungen der EU-Finanzminister und der EU- Staats- und Regierungschefs über den bedrohlichen Höhenflug der Preise an.

dpa BRÜSSEL. „Die Inflation ruft große Sorge hervor“, sagte der Vorsitzende der Finanzminister des Eurogebiets, der luxemburgische Premier und Ressortchef Jean-Claude Juncker, am Rande von Beratungen mit seinen Amtskollegen. Es würden vor allem die ärmsten Schichten der Bevölkerung von der Teuerung getroffen.

Die Inflation liegt im Eurogebiet weiter über 3 Prozent. Almunia sagte: „Die Regierungen können einiges tun. Sie können das Funktionieren der Märkte verbessern, den Wettbewerb ankurbeln und Missbräuche verhindern.“ Die Kommission wolle eine Untersuchung starten, um die Einzelhandelsmärkte in Europa genauer zu durchleuchten.

Almunia ließ offen, wie er sich eine Reform der EU- Landwirtschaftspolitik vorstellt. Die Kommission wird noch in diesem Monat Vorschläge dazu unterbreiten. Gut 40 Prozent des EU-Budgets von rund 120 Milliarden Euro im Jahr wird weiter für die Landwirtschaft ausgegeben.

Die Ressortchefs der 15 Euro-Länder sprachen auch über die Entwicklung der Haushalte großer Mitgliedstaaten wie Frankreich und Italien. Sorge macht besonders Frankreich, da das Staatsdefizit wieder ansteigt und im kommenden Jahr den Grenzwert von drei Prozent vom Bruttoinlandsprodukt übersteigen könnte. Almunia nannte die Vereinbarung der Minister vom April 2007 in Berlin, wonach die Budgets 2010 ohne neue Schulden auskommen müssen, „sehr wichtig“. Paris hält sich nicht an diesen Termin und will erst 2012 einen ausgeglichenen Haushalt erreichen.

Ein weiteres Thema war die Entwicklung von Managergehältern. Einige Länder sind laut Kommission bereits auf nationaler Ebene dabei, Regeln dafür zu prüfen. Eine europäische Gesetzgebung stehe derzeit nicht an, ergänzten EU-Diplomaten. Juncker forderte schon vor längerem mit Blick auf die allgemeine Gehaltsentwicklung im Eurogebiet eine gerechte Verteilung der „Früchte des Wachstums“.

In Deutschland hatte die SPD vorgeschlagen, dass Unternehmen Gehälter und Abfindungen von Managern nur noch bis zu einer Million Euro voll von der Steuer als Betriebsausgaben abziehen dürfen. Was darüber hinausgeht, soll nur noch zur Hälfte geltend gemacht werden können.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück vor
  • Steinmeiers Freunde und F...

    Steinmeiers Freunde und Feinde

    Alles läuft auf ihn zu: Frank-Walter Steinmeier könnte die SPD bei der Wahl 2009 anführen. Doch nicht alle führenden Genossen sind ihm wohl gesonnen. Wie jeder Politiker hat auch Steinmeier parteiinterne Gegner und Unterstützer. Seine Freunde und Feinde im Überblick. Bildergalerie 

  • „Datendieben den Garaus m...

    „Datendieben den Garaus machen“

    Auf einem Gipfeltreffen, das heute in Berlin stattfindet, suchen die Bundesregierung und Verbraucherverbände Wege, den illegalen Handel mit Kundendaten einzudämmen. Unternehmen fürchten das Verbot und warnen vor zu viel Regulierung. Einen Kompromiss zu finden könnte sc...Bildergalerie 

  • McCain begeistert die Rep...

    McCain begeistert die Republikaner

    Hurrikan Gustav und eine Schwangerschaft wirbelten den Parteitag der Republikaner durcheinander. Doch Vizekandidatin Palin begeisterte trotz des Familien-Skandals. Das Parteitreffen rundete dann John McCain mit einer umjubelten Rede ab.Bildergalerie 

  • Krönung und Konfetti

    Krönung und Konfetti

    Der Parteitag der Demokraten ist im vollen Gang. Die Show in Denver soll Begeisterung und Siegesgewissheit vermitteln. Es geht darum, die Herzen der Amerikaner zu gewinnen. Bildergalerie 

 

weiterGlobal Reporting

Pecorino in Gefahr 

04.09.2008Global Reporting

Es ist schlecht bestellt um Italiens Schafkäse Pecorino. Und Schuld ist mal wieder die EU. Genau genommen die EU-Erweiterung. Nach zwei Wochen in den Berges des Apennin wischen den Marken und Abruzzen, mache ich mir Sorgen um die Herstellung meines geliebten Pecorino. Blog


weiterMadagaskar

Back to the USSR 

20.08.2008Madagaskar

Krieg als Mittel der Politik ist auch im 21. Jahrhundert keine Ausnahme und nicht den Despoten vorbehalten. Blog