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15.05.2008 
Birma

Erste deutsche Hilfslieferung trifft in Rangun ein

In Birma ist am Donnerstagmorgen das erste Flugzeug mit 20 Tonnen Hilfsgütern aus Deutschland für die Zyklon-Opfer eingetroffen. Bei den Vereinten Nationen in New York wächst indes die Frustration über den Widerstand der Militärjunta gegen ausländische Helfer.

Deutsche Wasseraufbereitungsanlagen sollen in das Katastrophengebiet gebracht werden. Foto: dpaLupe

Deutsche Wasseraufbereitungsanlagen sollen in das Katastrophengebiet gebracht werden. Foto: dpa

HB RANGUN/NEW YORK. An Bord der Maschine waren nach Angaben der deutschen Botschaft in Rangun unter anderem vier Anlagen zur Wasseraufbereitung.

Die Vereinten Nationen in New York zeigen sich jedoch zunehmend frustriert darüber, dass die Militärjunta kaum ausländische Helfer ins Land lässt. „Die Größenordnung dieser Situation erfordert eine verstärkte Mobilisierung von Ressourcen und Hilfskräften“, sagte Generalsekretär Ban Ki Moon.

Die Uno will das Regime in Birma weiter drängen, mehr Visa für internationale Helfer zuzulassen. Die Militärregierung in Birma habe mit der Gewährung von weiteren Visa eine „gewisse Flexibilität gezeigt, aber es ist nicht genug“, meinte Ban.

Der Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten, John Holmes, werde nun persönlich nach nach Birma fliegen, um die Juntageneräle zu einer Öffnung zu bewegen. Der Uno-Botschafter Birmas, Kyaw Tint Swe, warnte davor, die Situation „zu politisieren“.

Die deutschen Wasseraufbereitungsanlagen sollen in Birma vom Welternährungsprogramm WFP in das Katastrophengebiet gebracht werden. Das WFP hat einheimische Mitarbeiter im Land, die anders als Ausländer in das Sperrgebiet reisen dürfen.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass zehntausende Überlebende fast zwei Wochen nach dem Zyklon „Nargis“ noch verletzt und obdachlos auf Hilfe warten. Die Militärregierung geht von mehr als 60 000 Toten und Verletzten aus. Hilfsorganisationen befürchten mehr als 100 000 Tote.

Die Welthungerhilfe hatte am Mittwoch die ersten Lastwagen mit 18 Tonnen Reis, Linsen, Öl und Salz ins Irrawaddy-Delta nach Bogale geschickt. Dort sollten einheimische Mitarbeiter die Verteilung organisieren. „So können wir garantieren, dass unsere Hilfe wirklich bei den notleidenden Menschen ankommt“, sagt Angela Schwarz, Regionalkoordinatorin der Welthungerhilfe in Birma. In Bogale war bisher kaum Unterstützung für die Opfer angekommen.

Die Vereinten Nationen gehen inzwischen davon aus, dass bis zu 2,5 Millionen Menschen dringend Nahrungsmittel, Medikamente und Unterkünfte brauchen. Das Welternährungsprogramm konnte bisher nur 700 Tonnen Reis und Bohnen für rund 100 000 Menschen liefern.

Die Junta verkündete unterdessen, die Menschen in Birma hätten mit überwältigender Mehrheit für den vom Militärregime vorgelegten Verfassungsentwurf gestimmt. Das Papier sei bei dem Referendum am vergangenen Samstag mit 92,4 Prozent der Stimmen gebilligt worden, berichtete der staatliche Rundfunk am Donnerstag. Die Wahlbeteiligung habe bei mehr als 99 Prozent gelegen.

Kritiker der birmanischen Militärjunta haben den Verfassungsentwurf als undemokratisch und unfair zurückgewiesen.

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