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16.05.2008 
EU-Gipfel in Lima

Viel Lärm um Chávez

Dass sich an diesem Tag die Staatsrepräsentanten aus 60 Ländern zusammengefunden hatte, war im Grunde schon das wichtigste Ereignis des EU-Lateinamerika-Gipfels in LIma. Aufregender war da schon das Scharmützel zwischen Hugo Chávez und Angela Merkel.

Immer auf der Suche nach Fettnäpfchen: Venezuelas Präsident Hugo Chávez. Foto: dpaLupe

Immer auf der Suche nach Fettnäpfchen: Venezuelas Präsident Hugo Chávez. Foto: dpa

LIMA. Sie sitzen weit von einander entfernt - die Kanzlerin und ihr pöbelnder Kritiker aus Venezuela. Bei der Eröffnung des 5. Lateinamerika-Gipfels in Lima hat der Gastgeber, Perus Präsident Alan García, Angela Merkel einen Ehrenplatz eingeräumt. Sie durfte die vielen Reden zur Begrüßung gleich neben ihm selbst und EU-Präsident José Manuel Barroso verfolgen. Schon dies symbolisierte, dass Merkel auf diesem Gipfel so etwas wie die erste unter den gleichen angereisten europäischen Staats- und Regierungschef war.

Und ohne sichtbare Zwischenfälle hatte sich auch Venezuelas Präsident Hugo Chávez in die bunte Gruppe auf der Bühne im modernen Nationalmuseum gesellt, obwohl doch da auch in der ersten Reihe die Frau saß, die er zuvor in die Nähe von Adolf Hitler gerückt hatte. Für seinen Auftritt hatte er einen blauen Anzug gewählt und nicht das rote Hemd des Revolutionärs, das er trug, als er am vergangenen Sonntag Merkel das erste Mal beschimpfte. Zwischen Merkel und Chávez beträgt der Abstand 20 Plätze.

Dass sie an diesem Tag die Staatsrepräsentanten aus 60 Ländern - 33 aus Lateinamerika und 27 aus der EU, zusammengefunden hatte, war im Grunde schon das wichtigste Ereignis dieses Gipfels. Bis kurz vor Beginn hatten die Unterhändler noch an der Abschlusserklärung gefeilt. Aber allzu große Neuigkeiten wurden darin nicht hineingeschrieben. Das Bekenntnis, dass die EU und Lateinamerika ihre Partnerschaft vertiefen, lautete die Überschrift. Allein wegen der Ergebnisse hätte sich die lange Reise nicht gelohnt.

Es ging der Kanzlerin vor allem um das Symbol, dass die Europäer an dem Subkontinent weiter interessiert sind, zumal nach den USA auch die Asiaten ihre Fühler nach Süd- und Mittelamerika ausstrecken. Der Gipfel sei die „Chance, dass sich beide Kontinente näherkommen“, sagte sie noch am Morgen in Lima. Merkel wollte den einen oder anderen Präsidenten auch einmal näher kennenlernen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Viel Uneinigkeit, kaum Ergebnisse

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