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16.05.2008 
US-Präsident Bush bei König Abdullah

Saudi-Arabien will Ölfördermenge erhöht haben

US-Präsident George W. Bush ist bei Saudi-Arabien mit seiner Bitte gescheitert, durch eine stärkere Ölproduktion zur Dämpfung der US-Benzinpreise beizutragen. Nach den Worten seines Nationalen Sicherheitsberaters Stephen Hadley beharrte der größte Ölexporteur auf seinem Standpunkt, dass er den Bedarf seiner Kunden ausreichend decke.

ap RIAD. Saudi-Arabien hat die Erdölproduktion aber nach eigenen Angaben am 10. Mai um 300.000 Barrel pro Tag erhöht. Im Juni werde der führende Erdöllieferant der Welt dann täglich 9,45 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter) fördern, sagte Erdölminister Ali Naimi am Freitag vor Journalisten in Riad.

Am selben Tag hielt sich US-Präsident George W. Bush Gesprächen mit dem saudischen König Abdullah in Saudi-Arabien auf. Dabei stand der Wunsch Bushs nach einer umfassenderen Erhöhung der Ölfördermenge im Mittelpunkt. Diese direkte Bitte wurde von Saudi-Arabien offenbar abgelehnt.


» 12 Fakten: Was jeder über Erdöl wissen sollte


Der saudische Ölminister verwies in seiner Erklärung allerdings darauf, dass die bekanntgegeben Erhöhung der Fördermenge auf Wunsch von etwa 50 Kunden erfolgt sei, die meisten davon aus den USA. Angebot und Nachfrage seien damit im Gleichgewicht. Saudi-Arabien sei in der Lage, die Nachfrage seiner Kunden zu befriedigen, sagte Naimi. Dies wurde als Hinweis gewertet, dass die Produktion gegebenenfalls weiter erhöht werden könnte.

Die Erklärung des Ministers schien im Widerspruch zu stehen zu vorhergehenden Aussagen des Nationalen Sicherheitsberaters der USA, Stephen Headley, der sich zusammen mit Bush in Saudi-Arabien aufhielt. Headley hatte erklärt, die saudische Regierung sehe keinen Grund für eine Ausweitung ihrer Ölförderung. Saudi-Arabien habe keine Kunden, deren Bedarf das Land nicht decken könne.

Headley betonte allerdings auch, Saudi-Arabien habe klargestellt, man wolle alles tun, um „dieses komplizierte Problem“ zu lösen.

Der Ölpreis erreichte am Freitag an der New Yorker Rohstoffbörse einen Rekordwert von fast 128 Dollar pro Barrel.


» Bilderstrecke: Die Top-Ten der größten Ölfelder


Bei den Gesprächen auf Abdullahs Pferderanch außerhalb Riads ging es auch um den Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern. Bei seiner Abreise aus Israel, wo er sich zu den Feiern anlässlich des 60. Jahrestages der Staatsgründung aufgehalten hatte, betonte Bush, er denke weiterhin an Frieden für die Region: „Ich glaube, dass es möglich ist.“ Greifbare Ergebnisse bei den Friedensgesprächen gibt es bislang allerdings nicht. Bush und Abdullah sprachen ferner über die Lage im Libanon. Dabei äußerten sich beide laut US-Sicherheitsberater Hadley besorgt über die destabilisierende Rolle des Irans.

Am (morgigen) Samstag wird sich Bush im Rahmen seiner Nahostreise in Kairo mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas zusammentreffen.

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