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31.03.2008 
Italienische Unternehmen

Italien spielt nach neuen globalen Regeln

von Katharina Kort

Immer mehr italienische Unternehmen sehen den schwachen US-Dollar nicht nur als ein Problem für die Exporte, sondern auch als gute Möglichkeit: Die Zahl der Übernahmen von italienischen Unternehmen in den USA hat sich innerhalb von vier Jahren verdreifacht – und der Trend hält an. Die neuen Spielregeln des Euro.

Italienisches Wahrzeichen: Das Kolosseum in Rom. Foto: dpaLupe

Italienisches Wahrzeichen: Das Kolosseum in Rom. Foto: dpa

MAILAND. Italien ist bisher nur indirekt von der weltweiten Finanzkrise betroffen. Anders als etwa die deutsche Konkurrenz haben sich die italienischen Banken und Versicherer in ihrer konservativen Art bei den risikoreichen Subprime-Papieren weitgehend zurückgehalten. Zwar spürt auch Italiens Wirtschaft bei einer weltweiten Rezession die Folgen einer geringeren Nachfrage nach Exportgütern und den schwachen Dollar. Aber das ehemalige Lira-Land nutzt die Lage derzeit auch als Chance.

„Wir beobachten derzeit viele Zukäufe in den Vereinigten Staaten“ stellt Giuseppe Roma fest, Generaldirektor des Sozial- und Wirtschaftsforschungsinstituts Censis. „Die Unternehmen nutzen den schwachen Dollar als Gelegenheit für Akquisitionen“, sagt er.


Tabelle  Infografik: Die Exportnation wird in Übersee aktiv.


Nach einer Studie der Beratungsgesellschaft KMPG, deren Ergebnisse die italienische Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“ veröffentlicht hat, ist die Zahl der Übernahmen amerikanischer Unternehmen durch Italiener von neun im Jahr 2003 auf 23 im vergangenen Jahr gestiegen. Dabei hat sich der Wert der Übernahmen mehr als verzwanzigfacht: Kamen die Akquisitionen im Jahr 2003 noch auf einen Wert von insgesamt 370 Mill. Euro, so lag der Wert im vergangenen Jahr bereits bei 7,7 Mrd. Euro. Auch schon 2006 haben die Italiener den günstigen Wechselkurs genutzt: Laut KPMG kauften italienische Unternehmen im Jahr 2006 insgesamt elf US-Unternehmen im Wert von knapp sechs Mrd. Euro.

Einer der größten US-Zukäufe war im vergangenen Jahr der Deal, den der weltgrößte Brillenhersteller Luxottica über die Bühne brachte. Das norditalienische Unternehmen kaufte den Sonnenbrillenhersteller Oakley für 1,5 Mrd. Euro.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die neuen Spielregeln des Euro.

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