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09.05.2008 
Trotz beschlagnahmter Hilfslieferungen

Uno startet neue Hilfsflüge nach Birma

Das Militärregime in Birma hat nach Angaben der Vereinten Nationen alle bislang ins Land geflogenen Hilfsgüter beschlagnahmt. Dennoch will das Welternährungsprogramm (WFP) der Uno seine Hilfsflüge wieder aufnehmen. Zwei Frachtflugzeuge mit Hilfsgütern sollten am Samstag in das von dem Zyklon „Nargis“ verwüstete Birma fliegen.

Birmanische Soldaten entladen eine Hilfslieferung aus Thailand. Foto: dpaLupe

Birmanische Soldaten entladen eine Hilfslieferung aus Thailand. Foto: dpa

HB RANGUN/BERLIN. WFP-Sprecherin Nancy Roman sagte am Freitag in Genf, es werde weiter über die Freigabe von Hilfsgütern verhandelt, die am Freitag von der Militärjunta beschlagnahmt worden seien.

WFP-Sprecher Paul Risley erklärte in Bangkok: „Alle Lebensmittelhilfe und Ausrüstung, die wir bislang hineinbringen konnten, wurden beschlagnahmt“. Das WFP habe deshalb keine andere Wahl, als weitere Hilfslieferungen auszusetzen. Es sei unklar, warum die Ladung zweier Frachtflugzeuge - darunter 38 Tonnen energiereiche Kekse - beschlagnahmt worden sei. Ein Regierungssprecher in Rangun erklärte dagegen, die Hilfsgüter seien nicht beschlagnahmt worden, sondern würden unverzüglich in die betroffenen Gebiete gebracht.

Unterdessen hat die Junta nach Angaben des Pentagons einer US-Frachtmaschine mit Hilfsgütern an Bord die Landung erlaubt. Pentagon-Sprecher Stuart Upton erklärte am Freitag in Washington, man hoffe, dass dies der Beginn einer breiteren Unterstützung der Vereinigten Staaten für Birma sein könne.

Frankreich will ein Marineschiff mit 1 500 Tonnen Hilfsgütern nach Birma schicken, sobald die Regierung des vom Wirbelsturm verwüsteten Landes dafür grünes Licht gibt. Das Schiff „Le Mistral“ könne am Mittwoch aufbrechen, teilte Außenminister Bernard Kouchner mit. Ein Frachtflugzeug mit Hilfsgütern werde ebenfalls bereit gemacht.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen erhielt unterdessen von der Regierung in Birma die Erlaubnis, ein Team zur Koordinierung der Hilfseinsätze in der besonders schwer betroffenen Region Irrawaddy zu entsenden. Ein Flugzeug mit Ärzten und Medikamenten werde am Samstag nach Rangun aufbrechen, teilte die Organisation in Paris mit.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Mehr als eine Million Obdachlose warten auf Hilfe

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