Verhandlungsteilnehmer hatten den USA vorgeworfen, die Kurzfassung des Klimareports an wichtigen Stellen verwässert zu haben. Immer dann, wenn es um das konkrete Handeln gegen den Klimawandel gegangen sei, hätten die USA „interpretationsfähige“ Formulierungen durchgesetzt, hatte etwa Umweltstaatssekretär Michael Müller (SPD) während der Verhandlung geklagt. Auch viele Forscher kritisierten die USA vielfach für ihr Auftreten.
Nach Ansicht der Umweltorganisation Greenpeace gibt der Report Grund zur Besorgnis. „Wer sich jetzt noch weigert die CO2-Notbremse zu ziehen, setzt das Leben unzähliger Menschen und Tiere aufs Spiel. Ausreden lässt dieser Bericht nicht mehr zu“, sagte Greenpeace- Klimaexpertin Gabriela von Goerne. Zusammen mit der Umweltstiftung WWF forderte Greenpeace, die Staatengemeinschaft solle in den kommenden zwei Jahren ein Klimaschutzpaket vereinbaren, das Industrieländer verpflichtet, ihre Treibhausgase bis zum Jahr 2020 um mindestens 30 Prozent im Vergleich zu 1990 zu verringern.
Für seine Verdienste um den Schutz des Klimas erhält der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) am 10. Dezember - also während sich die Politiker auf Bali zur Klimakonferenz treffen - den Friedensnobelpreis 2007. So deutlich wie nie zuvor hat der IPCC in diesem Jahr gezeigt, dass der Mensch die Hauptschuld an der Erwärmung des Klimas um bislang rund 0,7 Grad Celsius seit dem Beginn der Industrialisierung hat. Die Erderwärmung werde je nach Computermodell und politischen Anstrengungen bis 2100 um 1,1 bis 6,4 Grad steigen.

