Die Verbände fordern im Gegenteil einen stärkeren Austausch. "Wir plädieren für einen partnerschaftlichen, konstruktiven, aber kritischen Dialog mit China", sagte BGA-Präsident Börner. Er setze weiter auf das Prinzip "Wandel durch Handel". Zu einem möglichen politischen Boykott der Eröffnungsfeierlichkeiten wollte er sich nicht äußern: "Wir haben der Politik hier keinen Ratschlag zu erteilen."
Die öffentliche Debatte um einen Olympiaboykott wegen des chinesischen Vorgehens in Tibet geht jedoch weiter. Laut einer TNS-Emnid-Umfrage im Auftrag des Magazins "Vanity Fair" sind 20 Prozent der Befragten in Deutschland strikt gegen eine deutsche Beteiligung an den Olympischen Spielen in Peking im August. Weitere 33 Prozent lehnten eine Teilnahme ab, falls der Konflikt eskalieren sollte. 43 Prozent stellten sich allerdings hinter die Position des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), der einen Boykott bereits ausgeschlossen hat.
Auch der in der Bundesregierung für das Thema Sport zuständige Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) lehnte einen Verzicht auf die Teilnahme ab. Dies wäre nicht im Sinne derer, die in China für eine Veränderung kämpften.
Nach Frankreich schloss am Mittwoch jedoch auch die belgische Regierung einen Boykott der Olympischen Spiele nicht mehr aus, falls sich die Lage in Tibet weiter verschlechtern sollte. Der französische Außenminister Bernard Kouchner forderte zudem teilnehmende Sportler zu Protestaktionen während der Olympischen Spiele auf.

