| HANDELSBLATT, Freitag, 9. Mai 2008, 20:57 Uhr | ||||||||||||||||||||||||
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte am Freitag nach einem Telefonat mit Siniora: „Ich fordere alle Parteien dringend auf, ihre bewaffneten Anhänger zurückzuziehen, die Waffen niederzulegen und das Gewaltmonopol des libanesischen Staates anzuerkennen.“ Er sei zutiefst besorgt über die Eskalation der Gewalt im Libanon. Saudi-Arabien und Jordanien, die beide die Siniora-Regierung unterstützen, forderten die Einberufung einer Sondersitzung der Arabischen Liga in Kairo. Nach Informationen arabischer Diplomaten soll das Herrscherhaus von Saudi-Arabien schon in den vergangenen Tagen geheime Gespräche mit dem Iran geführt haben. Teheran habe den Saudis angeboten, sich für eine Beendigung der Krise zwischen dem pro-westlichen Lager und der von der Hisbollah geführten Opposition einzusetzen. Im Gegenzug solle Saudi-Arabien seinen strategischen Partner USA davon überzeugen, den Iran wegen seines Atomprogramms nicht mehr so stark unter Druck zu setzen. Hunderte Menschen, darunter auch Ausländer, flüchteten auf dem Landweg nach Syrien. Die kuwaitische Botschaft in Beirut brachte rund 150 kuwaitische Staatsbürger mit Bussen außer Landes. Die Straße zum Flughafen Beirut blockieren seit Mittwoch Kämpfer der Hisbollah. Auch einer der Grenzübergänge zu Syrien ist unpassierbar. Die deutsche Botschaft plant bislang keine Evakuierung. Das Auswärtige Amt rät aber dringend von Reisen in den Libanon ab. Die EU rief die Konfliktparteien auf, die Kämpfe sofort zu beenden. Der Weltsicherheitsrat hatte zuvor an alle appelliert, Ruhe und Zurückhaltung zu bewahren. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas rief die rund 400 000 Einwohner der Flüchtlingslager im Libanon auf, sich aus dem Konflikt herauszuhalten. | ||||||||||||||||||||||||
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