Ein Konvoi des Flüchtlingshilfswerks UNHCR mit 20 Tonnen Zelten und Plastikplanen für 10 000 Menschen wurde am Mittag kurz hinter der thailändischen Grenze hinter der Grenze vom Militär in ein Kloster dirigiert, berichtete das ZDF, das den Transport mit versteckter Kamera aufzeichnete. Ein Major sagte den Reportern, das Material werde am Sonntag weitergeleitet.
Das Welternährungsprogramm (WFP) verhandelte am Samstag noch mit dem Militär über die Freigabe konfiszierter Lieferungen vom Freitag. Sie waren ohne Zustimmung der Organisation am Flughafen in ein Lagerhaus gebracht worden. Das WFP setzte seine Flüge am Samstag fort. „Angesichts der humanitären Krise sind wir einfach verpflichtet weiterzumachen“, sagte Sprecher Marcus Prior in Bangkok.
Unterdessen berichteten britische Hilfsorganisationen am Samstag über kleine Fortschritte. Flugzeuge des Roten Kreuzes konnten nach Angaben des britischen Katastrophen-Komitees in Birma landen. Weitere sieben Flugzeuge mit Schaufeln, Moskitonetzen und Kraftstoffkanistern sollten zwischen Samstag und Montag ankommen. Das Komitee sammelte Spenden von mehr als vier Millionen Pfund (rund 5,1 Millionen Euro). Matthias Schmale, Direktor vom britischen Roten Kreuz, sagte: „Heute wurden unsere Bemühungen, Personal und Hilfsgüter in die betroffenen Regionen zu bringen, nicht blockiert.“ Die Fortschritte seien aber „frustrierend langsam und zu gering“.
Die Kinderhilfsorganisation Save the Children erklärte, ihre Mitarbeiter hätten Hilfsgüter an 72 000 Zyklon-Opfer verteilt. Sorgen machten ihnen Regenstürme, die Birma nach Vorhersagen kommende Woche erreichen sollten. Am Vortag hatten Experten vor einer „Epidemie mit apokalyptischen Ausmaß“ gewarnt. Für die Helfer habe ein Wettlauf mit der Zeit begonnen, sagte Moritz Wohlrab, Sprecher von Aktion Deutschland Hilft, der in Rangun unterwegs ist. Am schlimmsten sei es, dass Trinkwasser und Nahrung fehlten und es keinen Strom gebe.

