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11.05.2008 

Das alles wirkt - besonders nach der Naturkatastrophe - wie Hohn. Am Stadtrand von Rangun suchen kleine Kinder im Schlamm nach Fischen. Die ohnehin schon kargen Hütten im Elendsviertel sind schwer beschädigt, von einer Grundschule stehen nur noch die Mauern, das Dach besteht nur noch aus Fragmenten. Eine alte Frau pumpt vergeblich an einem Brunnen. Sauberes Trinkwasser ist nach wie vor ein Problem. Es riecht nach Müll.

Ein Laster einer westlichen Hilfsorganisation rumpelt durch das Viertel - ein seltener Anblick. Noch immer ist die Lage für die Helfer schwierig. Malteser International brach am Sonntag auf mit Hilfsgütern für die Menschen im Irrawaddy-Delta, darunter Planen und Mittel zur Wasseraufbereitung. Helfer aus Deutschland mühen sich trotz aller Hürden, die Lage zu erkunden. Dazu brodelt noch die Gerüchteküche. Telefon- und Internetleitungen funktionieren schlecht, Aufpasser muss man an jeder Ecke fürchten.

In der Metropole Rangun selbst scheint dagegen das normale Leben wieder zurückzukehren. Am Sonntag gab es in einem Restaurant sogar Geschenke zum Muttertag. Am Eingang begrüßten die Mitarbeiter die Gäste mit Pralinen in Zellophan, drinnen saßen Familien und feierten den Tag bei Essen und Live-Musik. Vor einem Luxushotel nahe der Sule- Pagode ließ sich ein Hochzeitspaar filmen, bevor es in eine meterlange schwarze Limousine stieg. Zu kaufen gibt es von Flipflops bis Mangos eigentlich fast alles - wobei die Preise für Lebensmittel extrem nach oben geschossen sind. An den Tankstellen stauen sich die Autos noch immer über mehrere Kilometer. Das Staatsblatt „Neues Licht von Birma“ listete am Wochenende auf, wo angeblich der Strom mittlerweile wieder funktioniert.

Noch sind die Spuren von „Nargis“ überall zu sehen, tausende von umgestürzten Bäumen, zerbrochene Fensterscheiben und riesige umgewehte Reklametafeln. In den Straßen wirkt das Treiben aber lebendig, wobei nur wenige Touristen unterwegs sind. Straßenhändler bieten Geld zum Schwarz-Tausch an, an einem See sitzen auf Bänken verliebte Pärchen, die sich mit Sonnenschirmen vor neugierigen Blicken schützen.

Nur einige hundert Meter weiter ist eine Straßensperre aufgebaut, dahinter steht das Haus, in das Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, Anführerin der Opposition, seit Jahren verbannt ist. Wer es sich nicht mit der Miltitärregierung verscherzen will, hält sich lieber fern von der Absperrung.


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