Die Militärregierung gab zu, dass zehn Tage nach dem Zyklon "Nargis" noch immer betroffene Gebiete von der Außenwelt abgeschnitten sind. In einige Gegenden könnten die Helfer nicht vordringen, sagte der Minister für Planung und wirtschaftliche Entwicklung, Soe Tha, laut einem Bericht der offiziellen Zeitung "New Light of Myanmar" vom Montag.
Tha dankte den Vereinten Nationen und anderen Ländern für ihre Hilfe. Aus jedem Land werde Hilfe angenommen, sagte er. Aber die Verteilung und die Rettungsarbeiten könnten «nur von örtlichen Organisationen vorgenommen werden«.
Die Regierung gab die Zahl der Todesopfer der Naturkatastrophe am Wochenende mit rund 28 500 und die der Vermissten mit rund 33 500 an. Ausländische Diplomaten in Birma schätzen jedoch, dass mehr als 100 000 Menschen ums Leben gekommen sind.
Die Bundesregierung schloss angesichts der dramatischen Lage nicht aus, Hilfslieferungen notfalls auch gegen den Willen der Militärjunta vorzunehmen. "Die internationale Gemeinschaft hat die Verantwortung und das Recht, Menschen in Not zur Seite zu stehen, auch wenn die eigene Regierung sich dagegen sträubt", sagte Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".
Sie unterstütze die Initiative des französischen Außenministers Bernard Kouchner, durch Einschaltung des UN-Sicherheitsrats "Druck auf die Regierung in Myanmar auszuüben".
Einen Tag nach dem umstrittenen Verfassungsreferendum in Birma am Samstag berichtete die Staatszeitung "New Light of Myanmar" von einer "massiven Wahlbeteiligung". In den am schlimmsten betroffenen Gegenden wurde die Abstimmung jedoch um zwei Wochen verschoben. Die neue Verfassung versperrt unter anderem Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi den Weg zum Präsidentenamt. Auch kann die Armeeführung demnach den Notstand ausrufen und die Regierung übernehmen, wenn sie die "nationale Solidarität" in Gefahr sieht.
Bildergalerie: Ausländische Hilfe unerwünscht

