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30.08.2006 
Sanktionen gegen den Iran

Finanzbranche bleibt vorerst ruhig

Die deutschen Banken und Versicherungen sehen möglichen Sanktionen gegen Iran bisher gelassen entgegen. „Wir haben das Engagement im Iran seit 2004 ohnehin deutlich reduziert“, sagt ein Sprecher der Dresdner Bank. Das verbleibende Geschäft bestehe in erster Linie aus kurzfristigen Finanzierungen, die auch in Krisen bedient würden.

rl / fmk FRANKFURT. Ein Sprecher der Commerzbank betonte, das Geschäft seines Hauses sei von eventuellen Sanktionen nur wenig betroffen. Die Deutsche Bank wollte nicht Stellung nehmen. Die privaten Banken bilden im Fall von internationalen Embargos für gewöhnlich Arbeitsgruppen, die den Vertragsbestand mit dem Text der Resolution vergleichen und entscheiden, mit welchen Engagements wie zu verfahren ist. Ähnlich beschreibt die KfW ihr Vorgehen: „Wir gehen jeden relevanten Vertrag durch und prüfen beispielsweise, ob wir die Geschäftsbeziehung abbrechen müssen.“

Deutschlands Banken waren im Iran-Geschäft traditionell stark vertreten. Dass der Nahe Osten eine Krisenregion ist, sei allen Marktteilnehmern bewusst gewesen, hieß es aus der Branche. Die Verträge seien entsprechend gestaltet worden, und wo nötig gebe es Rückstellungen.

Der Bundesbankstatistik zufolge hatten Deutschlands Kreditinstitute im Juni dieses Jahres 4,3 Mrd. Euro an Auslandsaktiva in Iran. Im Jahr 2005 flossen der Zentralbank zufolge insgesamt 673 Mill. Euro an Kapital in die islamische Republik. Davon waren 87 Mill. Direktinvestitionen in die iranische Wirtschaft. 586 Mill. Euro gingen als Kredite nach Iran, doch die Kreditrückzahlungen überwogen: Sie erreichten 1,7 Mrd. Euro und machen damit den größten Teil des umgekehrten Kapitalflusses von Iran nach Deutschland aus. Dazu kamen Wertpapierkäufe in Höhe von 390 Mill. Euro und iranische Investitionen in Deutschland in Höhe von 78 Mill. Euro.

Die deutsche Versicherungswirtschaft sieht sich kaum von möglichen Sanktionen gegen Iran betroffen. Das Geschäft sei zuletzt ohnehin deutlich zurückgegangen, sagten Verbände und Versicherer. Die Versicherungsgesellschaften selbst unterhalten dort keine Niederlassungen. „Unser Industrieversicherungsgeschäft ist nicht betroffen“, bestätigte auch eine Sprecherin des Marktführers Allianz.

Selbst die Transportversicherung deckt bloß Sachschäden, also etwa eine Beschädigung von Waren durch einen Unfall. Sanktionen lösen aber keinen Versicherungsfall aus. Schadenszahlungen könnten sich höchstens aus Versicherungen ergeben, die Vertragsausfälle absichern. „Direkt sind wir nicht betroffen. Aber es kann im Rahmen der Ausfuhrkreditversicherung unserer Kunden zu Versicherungsfällen kommen, wenn deren Warenlieferungen in Iran beispielsweise nicht bezahlt würden. Das gehört aber zum normalen Ausfuhr-Geschäft, da wir politische Risiken auf Wunsch mitversichern“, sagte eine Sprecherin der Atradius Kreditversicherung.

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