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30.08.2006 
Hintergrund

Strategien von Teherans wichtigsten Wirtschaftspartnern

Wie wirken sich die Sanktionen gegen den Iran auf die Handelsbeziehungen zu seinen wichtigsten Wirtschaftspartnern Frankreich, China und Russland. Ein Überblick.

Lupe

Frankreich setzt auf traditionelle Verbindungen

rut Der Atomkonflikt kommt Frankreich wirtschaftlich ungelegen. Die Regierung in Paris hat sich in den letzten Jahren intensiv um das Land am Persischen Golf bemüht. So halfen Pariser Experten Iran dabei, seine Steuergesetzgebung zu modernisieren. Frankreich engagierte sich darüber hinaus beim Wiederaufbau der von einem Erdbeben zerstörten Stadt Bam. Dahinter stecken auch ökonomische Interessen. Denn mehrere französische Konzerne sind im Iran aktiv.

Peugeot unterhält bereits seit 1978 Geschäftsbeziehungen zu Iran und baut dort zusammen mit dem Hersteller Khodro zwei Modelle. Die Exporte in den Iran haben am Auslandsgeschäft von Peugeot zwar einen größeren Anteil, betragen aber nur 1,3 Prozent vom gesamten Automobil-Umsatz. Politische Entscheidungen gegen Iran könne Peugeot daher problemlos verkraften, hieß es bei dem Unternehmen in Paris. Renault schloss im Frühjahr 2006 einen Vertrag mit Iran, wonach jährlich 250 000 Fahrzeuge des Typs Logan in dem Land produziert werden sollen.

Der Ölkonzern Total musste Iran nach der Revolution verlassen, kehrte aber 1995 zurück und betreibt heute dort vier Ölfelder. Außerdem arbeitet Total an Projekten zur Gasverflüssigung. Die französischen Zulieferer der Ölindustrie sind in Iran ebenfalls aktiv. Insgesamt profitiert die französische Ölindustrie davon, dass die US-amerikanische Konkurrenz dort nicht präsent ist.

Auch den Transport- und Turbinenkonzern Alstom verbindet mit Iran eine langjährige Geschäftspartnerschaft. Alstom verkaufte dem Land Straßenbahnen und Kraftwerke. Der Konzern erhofft sich weitere Aufträge, denn Iran will die Zahl seiner Kraftwerke in den kommenden zehn Jahren verdoppeln.

Insgesamt spielt Iran für die französische Außenwirtschaft eine untergeordnete Rolle. So steht das Land in der französischen Außenhandelsstatistik erst an 27. Stelle. Umgekehrt ist Frankreich für Iran der drittwichtigste Handelspartner nach den Arabischen Emiraten und Deutschland. Und die Bedeutung Frankreichs wächst. Beispielsweise gewann die Grenoble Ecole de Management (GEM) erst im Juli die Ausschreibung für die Ausbildung von 100 iranischen Ingenieuren – und hängte dabei renommierte Business Schools aus der ganzen Welt ab.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: China baut Kooperation in beide Richtungen aus.

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