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03.12.2007 
Iran

Amerikaner dämpfen Atom-Angst

Der Iran hat nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste schon vor rund vier Jahren ein konkretes Atomwaffenprogramm eingestellt. Die Entwicklung von Technologie, die auch für den Bau von Atombomben benutzt werden könnte, sei zwar fortgesetzt worden, erklärten die Amerikaner. Eine akute Gefährdung bestehe aber wohl nicht.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad spricht auf einer Pressekonferenz in Teheran. Foto: dpa Lupe

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad spricht auf einer Pressekonferenz in Teheran. Foto: dpa

HB WASHINGTON. Die Gefahr, dass der Iran eine Atombombe entwickelt, ist nach US-Einschätzung geringer als bisher angenommen. Die Regierung in Teheran sei inzwischen „weniger entschlossen“, ein Nukleararsenal zu entwickeln, heißt es in einer am Montag in Washington veröffentlichten Studie der 16 amerikanischen Geheimdienste. Das Atomwaffenprogramm des Landes sei bereits 2003 unterbrochen und zumindest bis Mitte dieses Jahres nicht wieder aufgenommen worden. Grund für den Stopp seien vor allem die gestiegene internationale Überwachung und Druck gewesen.

Unklar sei allerdings, ob die Regierung in Teheran derzeit beabsichtige, Atomwaffen zu entwickeln. Sie halte sich zumindest entsprechende Möglichkeiten offen. Technisch sei das Land aber „frühestens Ende 2009“ in der Lage, hochangereichertes Uran für die Atomwaffenproduktion herzustellen. Dies sei allerdings „sehr unwahrscheinlich“. Eine ausreichende Menge atomwaffenfähigen Urans könnte wahrscheinlich erst zwischen 2010 und 2015 angesammelt werden. Die Geheimdienste seien „mäßig bis stark“ davon überzeugt, dass der Iran derzeit über keine Nuklearwaffen verfüge. In ihrem letzten Bericht zu dem Thema vor zwei Jahren hatten die Geheimdienste noch eine kritischer Bilanz gezogen.

Das Weiße Haus bewertete die Erkenntnisse der US-Geheimdienste verhalten positiv. Sie zeigten, dass Fortschritte dabei erzielt worden seien, eine atomare Bewaffnung des Iran zu verhindern, teilte der Nationale Sicherheitsberater Stephen Hadley mit. Dass Teheran in den Besitz eines Nukleararsenals gelangen könnte, bleibe „ein sehr ernsthaftes Problem“. Man sei entsprechend besorgt.

Die Erkenntnisse der Geheimdienste gäben allerdings auch Grund zur Hoffnung, dass der Atomstreit mit diplomatischen Mitteln gelöst werden könne, „ohne die Anwendung von Gewalt“, teilte Hadley weiter mit. Das bestätige die Strategie von Präsident George W. Bush, den Konflikt durch verstärkten internationalen Druck beizulegen. Daneben stehe die Bereitschaft zu Verhandlungen über eine Lösung, die iranischen Interessen nachkomme und zugleich sicherstelle, dass es niemals eine Atommacht Iran geben werde. Hadley forderte die Weltgemeinschaft auf, den Druck auf Teheran nochmals zu erhöhen.

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