0 Bewertungen
06.12.2007 
Neue Details aus Geheimdienst-Bericht

US-Agenten belauschen iranische Militärtreffen

Neue Details zum Iran-Bericht der US-Geheimdienste: Die Erkenntnisse über eine angebliche Aussetzung des iranischen Atomwaffenprogramms im Herbst 2003 beruhen nach einem Medienbericht zum Teil auf Aufzeichnungen über Treffen des iranischen Militärs. Doch eine wichtige Frage konnte bei diesen Lauschangriffen nicht geklärt werden.

Iranische Soldaten: US-Geheimdienste belauschten wegen Atomprogramms iranische Militärs. Foto: dpa Lupe

Iranische Soldaten: US-Geheimdienste belauschten wegen Atomprogramms iranische Militärs. Foto: dpa

HB WASHINGTON. Die US-Geheimdienste haben iranische Militärs offenbar intensiv belauscht. Aus den Aufzeichnungen ging laut „New York Times“ hervor, dass die Militärs über die Entscheidung aufgebracht waren, das Waffenprogramm und die Entwicklung von nuklearen Gefechtsköpfen zu beenden, berichtete die US-Zeitung unter Berufung auf US-Militär-und Geheimdienstkreise. Warum das Atomwaffenprogramm gestoppt wurde, sei aus diesen Aufzeichnungen aber nicht hervorgegangen.

Dem Bericht zufolge bedienten sich die US-Geheimdienste noch anderer Informationen, um die im Iran gewonnenen Erkenntnisse zu erhärten. Auf diese Weise habe vermieden werden sollen, eventuell einer gezielten Falschinformation aufzusitzen.

In ihrer am Montag in Washington veröffentlichten Einschätzung hatten die US-Geheimdienste festgestellt, dass der Iran sein Programm zum Bau von Atomwaffen Ende 2003 unterbrochen habe. Wegen des starken internationalen Drucks sei die Regierung in Teheran inzwischen „weniger entschlossen“, ein Nukleararsenal aufzubauen, hieß es.


PDF-Datei Download: Der NIE-Report zum Iran (Fazit) als PDF-Datei


Der Atomkonflikt hatte dazu geführt, dass Iran bereits zweimal mit Uno-Sanktionen belegt wurde. Der Geheimdienstbericht könnte Bemühungen der US-Regierung untergraben, weitere Strafmaßnahmen zu verhängen.

Der US-Geheimdienst entlastet Iran, doch US-Präsident George W. Bush beschwört weiterhin die Gefahr. Er forderte den Iran auf, bei seinem Atomprogramm „reinen Tisch“ zu machen. Sie müssten eine strategische Entscheidung bezüglich des von der internationalen Gemeinschaft geforderten Stopps der Urananreicherung treffen, sagte Bush in Omaha im US-Staat Nebraska. Andernfalls werde Teheran isoliert bleiben.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auch Berlin gibt noch keine Entwarnung

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück  vor
  • Zwischen Minen und Stache...

    Zwischen Minen und Stacheldraht: Urlaub in Nordkorea

    Bade- und Wanderurlaub in Nordkorea? Gibt es nicht? Doch. Der südkoreanische Hyundai-Konzern macht es möglich: In einer kapitalistischen Enklave im bitterarmen Norden können Ausländer Golfspielen und in Luxushotels unterkommen. Doch nicht immer läuft beim Ausflug ins "...Bildergalerie 

  • Obama auf Schloss Neuschw...

    Obama auf Schloss Neuschwanstein

    Die Republik steht Kopf, seit US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama angekündigt hat, einen Fuß auf deutschen Boden zu setzen. Doch prompt hat sich sein außenpolitisch unerfahrenes Team mit den Plänen für einen öffentlichen Auftritt am Brandenburger Tor in die Nessel...Bildergalerie 

  • G8: Viel Lärm um nichts

    G8: Viel Lärm um nichts

    Einmal im Jahr bietet die Weltpolitik eine ganz große Inszenierung - den Gipfel der führenden Industriestaaten und Russlands (G8). Geschätzte 356 Millionen Euro Steuergelder flossen diesmal in das Polit-Spektakel im japanischen Toyako. Vergleichsweise unspektakulär ...Bildergalerie 

  • Das Drama um Ingrid Betan...

    Das Drama um Ingrid Betancourt

    „Gott, was für ein Wunder!“ Ingrid Betancourt kann es kaum glauben. Nach sechs Jahren wird sie aus der Farc-Geiselhaft im Dschungel von Kolumbien befereit. Die Nachricht stößt weltweit auf Freude und Erleichterung. Betancourts erster Auftritt in Freiheit und ihre Leide...Bildergalerie 

 

weiterGlobal Reporting

Missbrauch von Symbolen bei Betancourt-Befreiung 

17.07.2008Global Reporting

Das kolumbianische Militär hat Ingrid Betancourt und 14 weitere Geiseln unter Einsatz verbotener Symbole einer humanitären Organisation aus den Händen der FARC-Rebellen befreit. Blog


weiterMadagaskar

Was Beck von Barack lernen kann 

09.07.2008Madagaskar

Kein Wunder, dass sich die Große Koalition in Berlin über den Auftritt von Barack Obama vor dem Brandenburger Tor streitet. Angela Merkel kann dabei nur verlieren. Blog