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HANDELSBLATT, Samstag, 9. Juni 2007, 18:35 Uhr
Wirtschaftsgipfel in St. Petersburg

Russland, Wirtschaftsmacht

Am Samstag begann in Russland das elfte St. Petersburger Wirtschaftsforum. Gleich zum Auftakt präsentierte der stellvertretende Ministerpräsident Iwanow ein starkes Russland, das auch 2020 zu den mächtigsten Wirtschaftsnationen gehören will. Derweil hielt die Polizei oppositionelle Demonstranten in Schach.


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Vladimir Putin traf in St. Petersburg zahlreiche Größe aus Wirtschaft und Politik. Foto: ap
Bild vergrößernVladimir Putin traf in St. Petersburg zahlreiche Größe aus Wirtschaft und Politik. Foto: ap

HB ST. PETERSBURG. Mit Diversifizierung und mehr Investitionen will Russland bis 2020 einen Platz unter den fünf stärksten Wirtschaftsmächten behaupten. Moskau arbeite auf eine größere Vielfalt seiner bislang stark von Öl- und Gasexporten abhängigen Wirtschaft hin, erklärte der stellvertretende Ministerpräsident Sergej Iwanow am Samstag zur Eröffnung des 11. St. Petersburger Wirtschaftsforums. Außerdem solle es eine stärkere Öffnung für Investitionen geben.

Russland werde bis 2020 mindestens zehn Prozent der weltweiten Produktion in den Sektoren Atomenergie, Luft- und Raumfahrt, Schiffsbau, Software und Nanotechnologie kontrollieren, kündigte Iwanow an. Staatliche Unternehmen sollten dabei eng mit ausländischen Körperschaften zusammenarbeiten. Auf dem Wirtschaftsforum mit tausenden Teilnehmern wurde die Unterzeichnung neuer Verträge in Höhe von rund 2,5 Milliarden Euro erwartet, darunter eine 100-Millionen-Euro-Vereinbarung mit dem japanischen Autokonzern Suzuki zum Bau einer Produktionsstätte in Russland.

Iwanow, der als möglicher Nachfolger von Wladimir Putin im Präsidentenamt gilt, bemühte sich, Befürchtungen über eine zunehmend autoritäre Politik zu zerstreuen. „Wie wird Russland 2020 aussehen?“ fragte er. „“Es wird demokratisch sein, auf der Herrschaft des Rechts gebaut sein und die Rechte des Einzelnen respektieren.“

In St. Petersburg versammelten sich unterdessen Anhänger der Opposition zu einem Protestmarsch gegen die Regierung. Zum bislang jüngsten Marsch in einer Serie von Demonstrationen reiste auch der ehemalige Schachweltmeister und Oppositionsführer Garry Kasparow an. Der Kreml-Kritiker Sergej Udalzow wurde nach eigenen Angaben am Moskauer Flughafen von der Polizei gestoppt und verpasste seinen Flug nach St. Petersburg. Die dortigen Behörden gestatteten zwar einen Protestmarsch, begrenzten die Zahl der Teilnehmer aber auf 500. Einige der bisherigen Kundgebungen der Opposition hatte die Polizei gewaltsam aufgelöst.


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