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07.12.2006 
Beitrittsverhandlungen

Türkei lenkt ein bisschen ein

Weil sich Ankara standhaft weigerte, türkische Häfen und Flughäfen für Schiffe und Flugzeuge aus dem EU-Mitgliedsland Zypern zu öffnen, stand ein teiweises Einfrieren der Beitritssverhandlungen kurz bevor. Nun ist die türkische Regierung nach EU-Angaben bereit, Zugeständnisse zu machen - allerdings nur ein bisschen.

Der türkische Ministerpräsident Reccep Tayyip Erdogan. Foto: apLupe

Der türkische Ministerpräsident Reccep Tayyip Erdogan. Foto: ap

HB HELSINKI. Eine Sprecherin der finnischen EU-Präsidentschaft teilte am Donnerstag in Helsinki mit, die Türkei wolle zypriotischen Schiffen und Flugzeugen erlauben, einen türkischen Hafen und einen Flughafen anzulaufen oder anzufliegen. Die EU hatte von Ankara eigentlich gefordert, den Hafen- und Flughafen-Bann gänzlich aufzuheben.

Die Botschafter der Europäischen Union (EU) wollten am Donnerstag über eine Lösung im Streit über die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei beraten. Die Europäische Kommission und Finnland hatten den übrigen Mitgliedstaaten empfohlen, die Beitrittsverhandlungen in wichtigen Feldern („Kapiteln“) auszusetzen, solange sich Ankara gegen zypriotische Schiffe und Flugzeuge sperrt. Die Positionen der EU-Mitgliedsländer liegen im Detail aber weit auseinander.

Die Türkei erkennt die Republik Zypern im Südteil der Mittelmeerinsel nicht vollständig als EU-Mitglied an. Die Insel ist seit einer türkischen Invasion 1974 geteilt; die „Türkische Republik Nordzypern“ wird außer von der Türkei von keinem Land der Erde anerkannt. Im türkischen Außenministerium hieß es am Donnerstag, es werde derzeit über die Öffnung gesprochen. Türkische Nachrichtensender berichteten, Ankara erwarte im Gegenzug, dass dem seit 1974 von türkischen Soldaten besetzten Nordzypern direkter Handel mit der EU über den Hafen Famagusta und den Flughafen Ercan ermöglicht werde.

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