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08.12.2006 
Türkei-Streit

Zypern warnt EU-Partner vor Nachgiebigkeit

Wenige Stunden vor einer Sondersitzung der EU-Botschafter zum Zypern-Streit mit der Türkei hat die Regierung in Nikosia mit einer härteren Gangart gedroht: Lasse sich die EU auf das Kompromissangebot aus Ankara ein, trete man bei den Beitrittsverhandlungen auf die Bremse.

Karte der Insel Zypern mit den beiden Teilrepubliken. Grafik: apLupe

Karte der Insel Zypern mit den beiden Teilrepubliken. Grafik: ap

HB NIKOSIA/BRÜSSEL. Sollten sich die übrigen EU-Staaten dafür aussprechen, auf das türkische Angebot vom Donnerstag einzugehen, werde sein Land zu einer strengeren Haltung in den Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zurückkehren, sagte der zyprische Außenminister George Lillikas am Freitag im staatlichen Rundfunk.

Die Türkei hatte im Streit um die Öffnung seiner Häfen für den Verkehr aus dem EU-Mitgliedsland Zypern in letzter Minute überraschend ein Kompromissangebot vorgelegt. Sie bot die Öffnung eines See- und eines Flughafens für das EU-Mitgliedsland Zypern an. Die EU-Kommission hatte wegen der bisherigen strikten Weigerung der Türkei, in dem Streit nachzugeben, unlängst die teilweise Aussetzung der Beitrittsverhandlungen mit der Regierung in Ankara empfohlen.

Zypern hat das Angebot der Türkei bereits abgelehnt, weil es inakzeptable Bedingungen enthalte. Ankara verlangt, dass die EU dem türkisch besetzten Nordzypern direkten Handel über einen Hafen und einen Flughafen erlaubt. Bisher müssen waren aus dem Nordteil den Umweg über die Türkei nehmen, um in die EU eingeführt zu werden.

In anderen EU-Staaten stieß der türkische Vorstoß auf ein geteiltes Echo. Die finnische Ratspräsidentschaft bezeichnete die Offerte Ankaras als „nicht akzeptabel“. Die EU-Botschafter der Mitgliedsstaaten beraten am Freitag daüber, ob die Außenminister am kommenden Montag möglicherweise darauf verzichten können, die Beitrittsverhandlungen mit Ankara zu verlangsamen.

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