0 Bewertungen
19.12.2007 
Europäische Union

Beitrittsverhandlungen mit Türkei schreiten voran

Trotz zunehmender Skepsis in der EU wie in der Türkei schreiten die Verhandlungen über einen Beitritt des Landes zur Europäischen Union weiter voran. In Brüssel wurden zwei weitere Verhandlungskapitel eröffnet.

HB BRÜSSEL. Aufgeschlagen wurden die Verhandlungskapitel über transeuropäische Netze sowie Verbraucher- und Gesundheitsschutz. Der türkische Außenminister Ali Babacan kritisierte anschließend vor Journalisten, einzelne EU-Staaten versuchten den Beitrittsprozess „auszuhöhlen“. Dies habe „negative Auswirkungen auf die Einstellung des türkischen Volkes gegenüber der EU“.

„Es ist klar, dass gewisse EU-Mitgliedstaaten dabei sind, die politischen und juristischen Aspekte des Beitrittsverfahrens auszuhöhlen“, sagte Babacan, ohne einzelne Länder zu nennen. Vor allem die französische Regierung hatte sich zuletzt kritisch über einen EU-Beitritt der Türkei geäußert, die Eröffnung der neuen Verhandlungskapitel aber letztlich nicht verhindert.

Babacan verwies darauf, dass die Aufnahme der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei im Dezember 2004 von allen EU-Staats- und Regierungschefs einstimmig beschlossen wurde. Auch nach einem Regierungswechsel in einem einzelnen EU-Staat dürfe dieser Grundsatzbeschluss nicht in Frage gestellt werden: „Wenn ein Staat die Entscheidung unterzeichnet hat, sollten Regierungswechsel dieses Versprechen nicht beeinflussen. Wir erwarten, dass sich daran alle EU-Mitglieder halten.“

Es gebe auch Länder, in denen einzelne Parteien der Regierungskoalition gegen einen EU-Beitritt der Türkei seien, ohne deshalb in die laufenden Verhandlungen einzugreifen, sagte der türkische Außenminister offenbar in Anspielung auf Deutschland. Die CDU hatte erst kürzlich ihren Widerstand gegen einen Türkei-Beitritt in ihrem Grundsatzprogramm verankert, trotzdem unternahm die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel keinen Versuch, die Eröffnung weiterer Verhandlungskapitel zu behindern. Von Juni 2006 bis einschließlich Mittwoch wurden sechs Kapitel geöffnet, die Verhandlungen über eines davon – Wissenschaft und Forschung – sind vorläufig abgeschlossen.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück  vor
  • Das Drama um Ingrid Betan...

    Das Drama um Ingrid Betancourt

    „Gott, was für ein Wunder!“ Ingrid Betancourt kann es kaum glauben. Nach sechs Jahren wird sie aus der Farc-Geiselhaft im Dschungel von Kolumbien befereit. Die Nachricht stößt weltweit auf Freude und Erleichterung. Betancourts erster Auftritt in Freiheit und ihre Leide...Bildergalerie 

  • Steinbrück drückt Etatplä...

    Steinbrück drückt Etatpläne durch

    Sechs Flaschen Rotwein setzt Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) darauf, dass der Bundeshaushalt im Jahr 2011 erstmals seit gut vier Jahrzehnten wieder ohne neue Schulden auskommen wird. Wie der heute vom Kabinett verabschiedete Entwurf für den Haushalt 2009 und...Bildergalerie 

  • Was sich zum 1. Juli ände...

    Was sich zum 1. Juli ändert

    Am 1. Juli treten zahlreiche Änderungen in Kraft, die zum Teil in den letzten Monaten heftig umstritten waren: Rentner können sich über etwas mehr Geld im Portemonnaie freuen. Die Pflegereform bringt Verbesserungen für Pflegebedürftige und die Krankenversicherung steh...Bildergalerie 

  • Wahlfarce in Simbabwe

    Wahlfarce in Simbabwe

    Jagd auf Oppositionelle, Gewalt gegen Nichtwähler: Die umstrittene Wahl in Simbabwe löst weltweit Empörung aus. Doch Präsident Robert Mugabe lässt sich davon nicht beeindrucken. Im Gegenteil. Die Wahlfarce in Bildern. Bildergalerie 

 

weiterGlobal Reporting

Bogotá: Keinen Centavo für Ingrid 

06.07.2008Global Reporting

Kolumbiens Präsident Álvaro Uribe hat am Wochenende massiv Berichten widersprochen, seine Regierung habe für die Befreiung von Ingrid Betancourt ein Lösegeld von 20 Millionen Dollar bezahlt. „Einige Verbitterte versuchen die Rettung zu beschmutzen“, wetterte Uribe am Sonnabend. Blog


weiterMadagaskar

Verrät Barack Obama seine Politik? 

27.06.2008Madagaskar

Barack Obama als Befürworter der Todesstrafe und des Waffenbesitzes? Es scheint, als habe der Kandidat der Demokraten für das Weiße Haus seine Seele verkauft. Doch er macht nur, was jeder Politiker macht, der gewinnen will. Auch er. Blog