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08.04.2008 
Presseschau: Fackellauf in Frankreich

Eine Griechische Tragödie, ein Chaos, ein Fiasko

von Brian Melican

„Fiasco“ lautet das einhellige Urteil der französischen Presse am Tag nach dem abgebrochenen Fackellauf. Einige Blätter befürchten Folgen für die Chinapolitik der Regierung, andere sogar schwerwiegende wirtschaftliche Auswirkungen. Die Bilanz sieht überall schlecht aus.

Ein Sportler beim Fackellauf in Paris. Foto: ReutersLupe

Ein Sportler beim Fackellauf in Paris. Foto: Reuters

» „Le nouvel observateur“, eine wöchentlich erscheinende Zeitschrift, meldet online, dass sich der Fackellauf „zu einem Fiasko verwandelte“. Sie berichtet, wie nicht nur Tibeter sondern auch Abgeordnete der französischen Grünen und die Organisation „Reporters sans Frontières“ versuchten, die Fackel vor ihrem Ziel aufzuhalten. Folgende Bilanz zieht sie: Drei prominente Pariser Wahrzeichen mit tibetischen Fahnen versehen, acht Personen (darunter Abgeordnete) festgenommen, und einen abegebrochenen Fackellauf.

Mit einer ganz anderen Bilanz macht allerdings » „Le Figaro“ in ihrer Online-Ausgabe auf. „Der Fackellauf wird 400 000 Euro gekostet haben“, lautet der Titel. Schon die mehr als 3 000 Polizisten – die bewegliche Eskorte aus 400 Sicherheitskräften, die Feuerwehrleute und Polizisten auf Rollschuhen nicht einmal mitgerechnet – seien teuer geworden. Dazu kämen unter anderem ein Hubschrauber über Paris (2 000 Euro pro Stunde bei einer Flugzeit von sechs Stunden), Patrouillenboote auf der Seine (2 300 Euro für den gesamten Einsatz) und gut 1000 „cônes de Lübeck“ (so nennen sich Straßensperren im Nachbarland).

Einen zweiten Artikel widmet » „Le Figaro“ dem medialen Aufsehen des Fackellaufs in China. Ähnliches liefert auch » „L'Express“. Das französische Blatt analysierte, wie der chinesische Nationalsender CCTV mit den Ausschreitungen umging: Der Sender hat sich in seiner gestrigen Abendschau dem Thema nur flüchtig gewidmet und Bildmaterial von London statt von Paris gezeigt. Übrigens sei CCTV zufolge die westliche Presse Teil einer weitgehenden anti-chinesischen Verschwörung.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Blogger rufen zu Boykotts auf

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