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10.04.2008 
Olympischer Fackellauf

Dalai Lama will keine gewaltsamen Proteste

Der Dalai Lama hat sich gegen Gewalt bei den Protesten während des olympischen Fackellaufs ausgesprochen. Allerdings forderte er bei einem Zwischenstopp in Tokio eine unabhängige Untersuchung der jüngsten Unruhen in Tibet.

Der Zwischenstopp des Dalai Lama in Tokio hat China protestiert. Foto: dpaLupe

Der Zwischenstopp des Dalai Lama in Tokio hat China protestiert. Foto: dpa

HB TOKIO. Bei einem Zwischenstopp in Tokio betonte der Dalai Lama am Donnerstag vor Journalisten das Recht auf Meinungsfreiheit. Niemand dürfe den Demonstranten den Mund verbieten, sagte das religiöse Oberhaupt der Tibeter. Auf seinem Weg in die USA drückte er aber erneut seine Unterstützung für Pekings Ausrichtung der Olympischen Spiele aus.

Die Chinesen als größtes Volk der Erde mit einer Jahrtausende alten Geschichte verdienten es, Gastgeber der Spiele zu sein, sagte der Dalai Lama. Zugleich forderte er eine unabhängige Untersuchung der jüngsten Unruhen in Tibet. Nach seinen Kenntnissen wurden Hunderte von Menschen getötet und Tausende inhaftiert. Es müsse zwischen Straftätern und solchen, die friedlich protestieren, klar unterschieden werden, verlangte der Dalai Lama. „Nicht gewaltsame Proteste dürfen nicht als Verbrechen angesehen werden“, sagte er.

Auf die Frage, ob er im Falle einer Einladung die Olympischen Spiele besuchen würde, sagte er: „Wenn sich die Dinge verbessern und die chinesische Regierung beginnt, die Lage realistisch zu sehen, würde ich gerne die große Zeremonie genießen.“ Der Dalai Lama war am Morgen auf dem Tokioter Flughafen Narita eingetroffen, von wo aus er noch am selben Tag in die USA weiterreisen wollte. China hatte im Vorfeld gegen den Zwischenstopp des Dalai Lama in Tokio protestiert.

Zu den Beziehungen mit der Regierung in Peking sagte er: „Ich bin sehr traurig, dass die chinesische Regierung mich nahezu dämonisiert. Ich bin doch nur ein Mensch.“ Den Tibetern gehe es nicht um die Unabhängigkeit von China, erklärte er. Vielmehr verstehe man sich als ein Teil Chinas, aber Tibet müsse wahre Autonomie bekommen. Laut Medien will der Dalai Lama zwei Wochen in den USA bleiben und eine Rede in der US-Stadt Seattle halten. Politische Ziele habe seine Reise nicht, sagte der Dalai Lama vor dem Abflug in Tokio.

Er war zuletzt im November nach Japan gereist, wo er Vorträge gehalten und den Generalsekretär der Oppositionspartei DPJ, Yukio Hatoyama, getroffen hatte. Vertreter der japanischen Regierung haben es bisher abgelehnt, das religiöse Oberhaupt der Tibeter zu treffen.

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