0 Bewertungen
15.04.2008 
Tibet-Konflikt

Chinesen rufen zu Carrefour-Boykott auf

Der Tibet-Konflikt weitet sich auf die Wirtschaft aus: Chinesische Internetnutzer haben zum Boykott des französischen Einzelhandelskonzerns Carrefour aufgerufen. Sie werfen dem Unternehmen vor, das geistliche Oberhaupt der Tibeter, den Dalai Lama, finanziell zu unterstützen.

HB PEKING. Verbraucher sollten ab 1.Mai nicht mehr bei Carrefour einkaufen, hieß es in Chatrooms und in SMS-Nachrichten. In dem Boykott-Aufruf hieß es weiter: „Angesichts der Unterstützung tibetischer Separatisten durch das französische Volk während des Fackellaufs in Paris, gibt es keinen Grund, den Franzosen Geld zu geben, indem man ihre Waren kauft.“

In Paris war es vergangene Woche zu heftigen Protesten während des Olympischen Fackellaufs gekommen. Demonstranten erzwangen einen Abbruch der Veranstaltung. Die Regierung in Peking wirft dem Dalai Lama vor, für die schweren Unruhen in der tibetischen Hauptstadt Lhasa und weitere Regionen verantwortlich zu sein.

Indes berichten Exiltibeter von neuen Protesten in einem Kloster in der Nähe der tibetischen Hauptstadt Lhasa. Nach Angaben des Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD) wurde eine unbekannte Zahl Mönche aus dem Drepung-Kloster festgenommen. Sie hätten gegen eine „patriotische Erziehungskampagne“ der Behörden protestiert. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.

Nach offizieller Darstellung wurden seit Beginn der Unruhen Mitte März insgesamt fast 4000 Menschen festgenommen, wie die International Campaign for Tibet erklärte. Etwa die Hälfte der Festgenommenen befinde sich aber wieder auf freiem Fuß.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Verneigung vor dem „Messias“

24.07.2008 , 11:02 Uhr
Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück  vor
  • Merkel und „Goldelse“: Ob...

    Merkel und „Goldelse“: Obamas Berlin-Agenda

    Die Faszination Obama erreicht Berlin. Zur Rede des US-Präsidentschaftskandidaten vor der Siegessäule werden Tausende Menschen erwartet, die begeistert amerikanische Fähnchen schwenken. Doch der Auftritt an der "Goldelse" ist nicht der einzige Termin des Demokraten in ...Bildergalerie 

  • Zwischen Minen und Stache...

    Zwischen Minen und Stacheldraht: Urlaub in Nordkorea

    Bade- und Wanderurlaub in Nordkorea? Gibt es nicht? Doch. Der südkoreanische Hyundai-Konzern macht es möglich: In einer kapitalistischen Enklave im bitterarmen Norden können Ausländer Golfspielen und in Luxushotels unterkommen. Doch nicht immer läuft beim Ausflug ins "...Bildergalerie 

  • Obama auf Schloss Neuschw...

    Obama auf Schloss Neuschwanstein

    Die Republik steht Kopf, seit US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama angekündigt hat, einen Fuß auf deutschen Boden zu setzen. Doch prompt hat sich sein außenpolitisch unerfahrenes Team mit den Plänen für einen öffentlichen Auftritt am Brandenburger Tor in die Nessel...Bildergalerie 

  • G8: Viel Lärm um nichts

    G8: Viel Lärm um nichts

    Einmal im Jahr bietet die Weltpolitik eine ganz große Inszenierung - den Gipfel der führenden Industriestaaten und Russlands (G8). Geschätzte 356 Millionen Euro Steuergelder flossen diesmal in das Polit-Spektakel im japanischen Toyako. Vergleichsweise unspektakulär ...Bildergalerie 

 

weiterGlobal Reporting

Kochen im Eis - arktisches Tagebuch 

20.07.2008Global Reporting

Paul Devlin ist ein wichtiger Mann auf dem Eisbrecher Louis S. St-Laurent. Ohne ihn würde es den 70 Menschen an Bord nicht so gut gehen. Der 44-jährige Paul ist Chefkoch der „Louis“. Er versteht sein Handwerk. Davon konnte ich mich während meiner siebentägigen Arktisfahrt überzeugen. Blog


weiterMadagaskar

Was Beck von Barack lernen kann 

09.07.2008Madagaskar

Kein Wunder, dass sich die Große Koalition in Berlin über den Auftritt von Barack Obama vor dem Brandenburger Tor streitet. Angela Merkel kann dabei nur verlieren. Blog