0 Bewertungen
19.04.2008 
Demos gegen Tibet-Proteste in China

Ruhiger Fackellauf in Bangkok

Der olympische Fackellauf in Thailand ist am Samstag weitgehend glatt über die Bühne gegangen. Nur an einer Stelle schrien sich Tibet-Aktivisten und China-Sympathisanten gegenseitig nieder, aber der Fackelläufer zog unbehelligt vorbei.

HB BANGKOK/PEKING: Die insgesamt 80 Läufer absolvierten den zehn Kilometer langen Parcours in der Hauptstadt Bangkok ansonsten ohne Zwischenfälle, flankiert von den umstrittenen chinesischen Fackelwächtern und unter den Augen von 2000 Polizisten und Soldaten.

In China kam es unterdessen in mehreren Städten zu Demonstrationen gegen eine Unabhängigkeit Tibets. Die Proteste richteten sich auch gegen Frankreich, wo der Fackellauf von schweren Zwischenfällen überschattet war. Nächste Station des olympischen Feuers auf der Reise nach Peking ist am Montag Malaysia. In Bangkok begann der Fackellauf im chinesischen Viertel in Feststimmung. Tausende Schaulustige schwenkten chinesische Fähnchen.

„Die Politik sollte hier rausgehalten werden“, sagte Vichai Torongarn (71), der wie rund zehn Prozent der überwiegend buddhistischen Bevölkerung chinesische Wurzeln hat. „Das würde Thailands Ruf nur schaden.“ Ein 56-Jähriger, der extra aus der Provinz angereist war, meinte, die Proteste hätten etwas mit Neid zu tun. „China ist dabei, eine Großmacht zu werden, viele versuchen, den Fackellauf aus politischen und wirtschaftlichen Gründen zu stören.“ Thailand ist wie Tibet überwiegend buddhistisch, doch gibt es dort keine Solidaritätsaktionen mit den Glaubensbrüdern.

Vor dem Gebäude der Vereinten Nationen hatten sich etwa 400 Tibet- Aktivisten eingefunden. Sie riefen Slogans wie „Freiheit für Tibet“, als die Fackelläufer sich näherten. Doch wurden ihre Stimmen von rund 200 lautstarken Gegendemonstranten in roten T-Shirts übertönt. „Wir waren bestürzt, dass sie so aggressiv waren“, sagte Pooja Patel, Sprecherin der Tibet-Aktivisten. „Aber wir haben die Situation unter Kontrolle gehalten, und die Demonstration blieb friedlich.“ Bei den China-Befürwortern handelte sich nach Angaben von Augenzeugen überwiegend um chinesische Studenten.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Chinesen demonstrierten vor französischen Kaufhäusern

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück  vor
  • Das Drama um Ingrid Betan...

    Das Drama um Ingrid Betancourt

    „Gott, was für ein Wunder!“ Ingrid Betancourt kann es kaum glauben. Nach sechs Jahren wird sie aus der Farc-Geiselhaft im Dschungel von Kolumbien befereit. Die Nachricht stößt weltweit auf Freude und Erleichterung. Betancourts erster Auftritt in Freiheit und ihre Leide...Bildergalerie 

  • Steinbrück drückt Etatplä...

    Steinbrück drückt Etatpläne durch

    Sechs Flaschen Rotwein setzt Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) darauf, dass der Bundeshaushalt im Jahr 2011 erstmals seit gut vier Jahrzehnten wieder ohne neue Schulden auskommen wird. Wie der heute vom Kabinett verabschiedete Entwurf für den Haushalt 2009 und...Bildergalerie 

  • Was sich zum 1. Juli ände...

    Was sich zum 1. Juli ändert

    Am 1. Juli treten zahlreiche Änderungen in Kraft, die zum Teil in den letzten Monaten heftig umstritten waren: Rentner können sich über etwas mehr Geld im Portemonnaie freuen. Die Pflegereform bringt Verbesserungen für Pflegebedürftige und die Krankenversicherung steh...Bildergalerie 

  • Wahlfarce in Simbabwe

    Wahlfarce in Simbabwe

    Jagd auf Oppositionelle, Gewalt gegen Nichtwähler: Die umstrittene Wahl in Simbabwe löst weltweit Empörung aus. Doch Präsident Robert Mugabe lässt sich davon nicht beeindrucken. Im Gegenteil. Die Wahlfarce in Bildern. Bildergalerie 

 

weiterGlobal Reporting

Bogotá: Keinen Centavo für Ingrid 

06.07.2008Global Reporting

Kolumbiens Präsident Álvaro Uribe hat am Wochenende massiv Berichten widersprochen, seine Regierung habe für die Befreiung von Ingrid Betancourt ein Lösegeld von 20 Millionen Dollar bezahlt. „Einige Verbitterte versuchen die Rettung zu beschmutzen“, wetterte Uribe am Sonnabend. Blog


weiterMadagaskar

Verrät Barack Obama seine Politik? 

27.06.2008Madagaskar

Barack Obama als Befürworter der Todesstrafe und des Waffenbesitzes? Es scheint, als habe der Kandidat der Demokraten für das Weiße Haus seine Seele verkauft. Doch er macht nur, was jeder Politiker macht, der gewinnen will. Auch er. Blog