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27.04.2008 
Südkorea

Rangeleien und Selbstverbrennungsversuch beim Fackellauf

Begleitet von lautstarken pro-chinesischen Demonstrationen und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ist am Sonntag in Südkorea der olympische Fackellauf fortgesetzt worden. Bereits kurz nach dem Start am Nachmittag (Ortszeit) im Olympiapark im Süden der Hauptstadt Seoul kam es zu ersten Zwischenfällen.

Fackellauf in SüdkoreaLupe

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ist in Südkorea der olympische Fackellauf fortgesetzt worden.

Olympiaflamme in PjöngjangLupe

Die olympische Fackel in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang.

VorbeiLupe

Ein tibetischer Mönch nach seiner Festnahme durch nepalesische Polizei in Kathmandu. (Archivbild)

Unruhen in TibetLupe

Bilder des chinesischen Fernsehens von den Unruhen in Tibet am 15. März.

HB SEOUL. Chinesen und rund 50 Teilnehmernan Protesten gegen die Abschiebung nordkoreanischer Flüchtlinge aus China gerieten dabei aneinander, wie Augenzeugen berichteten. Dabei flogen auch Gegenstände. Die Streitenden wurden von Bereitschaftspolizisten wieder getrennt. Der erste Fackelträger hatte zuvor ungehindert den Weg zur Straße eingeschlagen.

Zudem versuchte ein Mann aus Protest gegen Abschiebungen nordkoreanischer Flüchtlinge aus China, sich in Brand zu stecken. Der Mann mittleren Alters habe in der Nähe der Fackelträger in der Hauptstadt Seoul eine brennbare Flüssigkeit über seinen Körper gegossen, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap am Sonntag unter Berufung auf Augenzeugen. Bevor er die Flüssigkeit habe entzünden können, hätten ihn Polizisten von der Straße geholt. Der Mann habe sich nach eigenen Angaben selbst vor einigen Jahren aus dem kommunistischen Nordkorea abgesetzt.

Tausende von Chinesen säumten die Straßen und schwenkten dabei chinesische Flaggen zur Unterstützung der Olympischen Sommerspiele in Peking. Am Olympiapark hatten gleichzeitig Mitglieder einiger Flüchtlings- und Menschenrechtsgruppen gegen die Behandlung nordkoreanischer Flüchtlinge durch China sowie gegen Pekings Tibet- Politik protestiert. Schätzungen gehen von bis zu 300 000 nordkoreanischen Flüchtlingen in China aus. Aus dem kommunistischen Nordkorea flüchten jedes Jahr zahlreiche Menschen, weil sie Hunger leiden oder brutal unterdrückt werden.

Der Fackellauf in Seoul wurde entlang der 24 Kilometer langen Strecke von rund 8 000 Polizisten abgesichert. 69 Fackelträger liefen mit dem Feuer rund 22 Kilometer durch die Innenstadt. Zum Abschluss fanden sich auf dem Rathausplatz erneut zahlreiche jubelnde Chinesen ein. Sie waren den Demonstranten gegen die Abschiebung nordkoreanischer Flüchtlinge in China und gegen Pekings Tibet-Politik zahlenmäßig deutlich überlegen. Am Montag wird die Fackel in Nordkorea erwartet.

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