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25.05.2004 

EZB-Chef Jean-Claude Trichet hat den Wegfall des A-Worts seit April damit erklärt, dass es zu sehr als Absage an jede Zinsänderung auf Monate hinaus verstanden würde. Was die Richtung einer möglichen Zinsänderung angeht, sei die Zentralbank jedoch offen. Manche Beobachter sehen das anders. „Natürlich können die Zinsen mittelfristig nach oben gehen“, meint dazu der Europa-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer. „Aber auf die kurze Frist, die die Finanzmärkte vor allem interessiert, kann eine Zinsänderung eigentlich nur nach unten gehen“, ist er sich sicher. Mayer rechnet ebenso wie Fels nicht damit, dass der EZB-Rat auf seiner nächsten Sitzung am 3. Juni das A-Wort wieder aus der Versenkung holt. „Auch wenn die letzten Wirtschaftsdaten positiv waren, wäre es für den EZB-Rat riskant, ein solch starkes Signal gegen weitere Zinssenkungen zu geben“, sagt Mayer.


Fallstricke für Deutsche

Ob das Wort „angemessen“, englisch „appropriate“, zur Beurteilung der geldpolitischen Ausrichtung in dem Statement auftaucht, das der EZB-Rat nach seinen geldpolitischen Sitzungen verabschiedet, ist mit das erste, was Finanzmarktteilnehmer interessiert. Wenn das Wort wegfällt oder durch eine andere Formulierung ersetzt wird, wie zuletzt im April, steht die Begründung dafür in der anschließenden Pressekonferenz meist im Mittelpunkt des Interesses.

Wer das Statement des EZB-Rats in der deutschen Übersetzung der Bundesbank liest, kann allerdings auf Glatteis geraten. So hieß es in der Bundesbank-Fassung des April-Statements, der geldpolitische Kurs sei „angemessen“, obwohl im englischen Text statt „appropriate“ der Ausdruck „in line“ verwendet wurde. Im „Editorial“ des EZB-Monatsberichts, in dem standardmäßig das EZB-Statement nachgedruckt wird, hieß es dagegen in der deutschen Fassung, die Zinsen stünden „in Einklang“ mit Preisstabilität. Die Editorial-Fassung wird von der EZB übersetzt.

Ein weiterer Fallstrick: Auf EZB-Deutsch hießen die Zinsen auch gelegentlich „geeignet“ statt „angemessen“, wenn sie „appropriate“ waren.

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2009 2008
Consensus Economics 1,5 1,7
OECD 1,1 1,9
EU-Kommission 1,5 1,8
Frühjahrsgutachten der Institute 1,4 1,8
IWF 1,0 1,4
Bundesregierung 1,2 1,7
Sachverständigenrat 1,9