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04.07.2007 

Heute, im Zeitalter der Globalisierung, wo mehr denn je Flexibilität gefordert ist, birgt diese Variante unter anderem ein zu hohes Insolvenzrisiko, um für die Adressaten wirklich attraktiv zu sein. Zudem bietet der Kapitalmarkt auch für Kleinanleger bereits weit bessere Alternativen.

Wenn man einmal die Grundaussagen beider Parteien destilliert sowie die tatsächlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt, muss man eigentlich zu dem Schluss kommen, dass ein vernünftiges Konzept nur darin bestehen kann, langfristig möglichst viele Bürger in die Lage zu versetzen, den vorhandenen effizienten Kapitalmarkt besser zu nutzen. Dafür fehlt es weder an Fonds, die für jeden Anleger eine individuell geeignete Anlagemöglichkeit bereithalten, noch an der prinzipiellen Möglichkeit, auf Unternehmensebene zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretern neue Entlohnungsmodelle zu konzipieren, die für beide Seiten von Vorteil sind. Der Staat ist in diesem Zusammenhang weitgehend überflüssig. Einzig interessant könnten Maßnahmen zur steuerlichen Begünstigung von Arbeitnehmerbeteiligungen sein.

Darüber hinaus sollten Gewinnbeteiligungen in den Tarifverträgen ein stärkeres Gewicht erhalten. Wer dadurch in guten Zeiten einen Bonus verdient, kann die vorhandene Vielfalt des Kapitalmarktes nutzten und den Gewinn nach Belieben seinen Ansprüchen entsprechend anlegen. Auch dazu benötigt man keinen Staat. Das liegt ganz in den Händen der Tarifpartner und des jeweiligen Arbeitnehmers.

Was Deutschland dagegen braucht, ist vor allem eine bessere Aktienkultur. In Zeiten der Globalisierung sind mündige Bürger gefragt, die sich, wie etwa in den USA, selbstbewusst um ihren Vermögensaufbau kümmern. Da kann man über Maßnahmen nachdenken, welche die Aktionärsdemokratie stärken. Auch könnten etwa die Gewerkschaften für ihre Klientel eine fachkundige Anlageberatung einrichten, die verhindert, dass unerfahrene Arbeitnehmer leicht zu Opfern zwielichtiger Gewinnpropheten werden.

Jedes Konzept stößt allerdings dort an seine Grenzen, wo die Menschen kein Geld zum Anlegen übrig haben. Dieses Problem kann auch mit einem "Deutschlandfonds" nicht gelöst werden. Hier sind wir wieder bei einer alten Weisheit angelangt: Wer hohe Einkommen erzielen will, der muss in erster Linie in das Humanvermögen investieren. Und da darf der Staat kräftig helfen, insbesondere den Mittellosen. Und zwar ohne Gefahr zu laufen, das System zu stören.

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